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Wer soll Berlin regieren? Die Bewerber im Vergleich
Raed Saleh, Michael Müller und Jan Stöß wollen Senatschef werden und stellen sich dafür dem Votum der SPD-Basis. Die Morgenpost zeigt, was die drei eint, was sie trennt und welche Chancen sie haben.

Raed Saleh, Fraktionschef
Vita: Raed Saleh, geboren 1977 im Westjordanland, kam mit fünf Jahren nach Berlin-Span- dau. Er machte Abitur, arbeitete in Fast-Food- Restaurants und stieg zum leitenden An- gestellten auf, ehe er eine Medienfirma grün- dete. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Politik: 1995 trat er in die SPD ein. 2006 holte er ein Direktmandat für das Abgeordnetenhaus, wurde integrationspolitischer Sprecher. 2011 wählte ihn die Fraktion zum Vorsitzenden.
Programm: Saleh stellt eine Politik für ein neues Miteinander in Berlin in den Vorder- grund seiner Bewerbung. Er fordert klare Regeln in der Integrationspolitik und stellt sich als Macher dar, der schon in der jüngeren Zeit viele Beschlüsse durchgesetzt hat.
Unterstützer: Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky hält Saleh für geeignet, viele in der Fraktion unterstützen ihn, ebenso die Kreise Spandau und Reinickendorf.
© Reto Klar | Reto Klar

Michael Müller, Senator
Vita: Michael Müller, geboren 1964 in Berlin-Tempelhof, machte die mittlere Reife und eine kaufmännische Lehre. Er arbeitete in der Druckerei seiner Familie. Müller ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Politik: Aus der Bezirkspolitik zog er 1996 ins Landesparlament ein. Von 2001 bis 2011 führte er die SPD-Fraktion, seitdem ist er Stadtentwicklungssenator. Von 2004 bis 2012 war er Landesvorsitzender.
Programm: Müller steht für die Kontinuität in der Senatspolitik. Jedoch möchte er einige neue Akzente setzen und die Bürger stärker einbeziehen. Er verspricht seriöses Arbeiten an den drängenden Themen.
Unterstützer: Müllers Basis liegt in der etablierten Berliner SPD, in den starken Kreisverbänden des Berliner Westens. Auch viele Gewerkschafter und Abgeordnete unterstützen ihn.
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Jan Stöß, Landesvorsitzender
Vita: Jan Stöß, geboren 1973 im niedersächsischen Hildesheim, zog zum Jurastudium nach Berlin und promovierte 2008 an der Humboldt-Universität. Seit 2007 ist er Richter. Er ist homosexuell und lebt in Schöneberg.
Politik: Stöß trat in seiner Heimat den Jungsozialisten bei. 2008 wurde er SPD-Kreischef in Friedrichshain-Kreuzberg. 2010 bis 2011 war er dort Finanzstadtrat. Im Juni 2012 wählte ihn der SPD-Parteitag zum Landesvorsitzenden. Programm Stöß fordert mehr Investitionen, mehr Personal und mehr geförderten Wohnungsbau als Reaktion auf die wachsende Stadt. Für den Bau des Flughafens BER will er ein eigenes Team im Rathaus aufbauen.
Unterstützer: Stöß hat eine Reihe Prominenter auf seiner Seite. Die Bundestagsabgeordnete Eva Högl, Ex-DGB-Chef Michael Sommer, Walter Momper und Jutta Limbach sind für ihn.
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