Ermittlungen

Überfall vor Apple Store – Beute für Täter womöglich wertlos

Das am Kudamm ausgeraubte Geldtransportunternehmen verwendet Kassetten mit besonderen Sicherungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter eine böse Überraschung erleben, ist daher hoch.

Zwei Tage nach dem Überfall auf einen Geldtransporter am Kurfürstendamm fehlt von den Tätern noch immer jede Spur. Die Ermittler des zuständigen Raubkommissariats sind nach wie vor damit beschäftigt, Zeugen der vor Hunderten von Passanten verübten Tat zu befragen und sichergestellte Spuren zu untersuchen.

Die bislang unbekannten Räuber, die mit vorgehaltenen Schusswaffen einen Geldbehälter und die Dienstwaffe des Geldboten erbeutet hatten, sind weiter auf der Flucht. Gesucht wird unter anderem nach dem zweiten Fluchtauto, einem weißen Fahrzeug. Das erste Fluchtauto hatte die Bande unterwegs verlassen und angezündet.

Die Beamten gehen nach Angaben eines Polizeisprechers mehreren Hinweisen nach und prüfen zudem einen möglichen Zusammenhang mit einem Ende vergangenen Jahres in der City West verübten fast identisch abgelaufenen Überfalls. Im Dezember 2013 hatten maskierte Räuber einen Geldtransporter vor dem Kaufhaus Peek & Cloppenburg überfallen und Bargeld erbeutetet. Auch hier wurde ein Fluchtauto angezündet.

Jeden Tag seien in Deutschland 2500 Geldtransportfahrzeuge mit insgesamt etwa drei Milliarden Euro unterwegs, sagte Harald Olschock, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) am Montag. Doch wer eine der dabei verwendeten Geldkassetten erbeutet, kommt damit noch lange nicht in den Besitz des Inhaltes. So benutzen alle Mitgliedsunternehmen der BDGW, darunter auch die am Sonnabend am Kurfürstendamm betroffene Firma, Geldkassetten mit besonderen Sicherungsvorkehrungen.

Jedes gewaltsame Aufbrechen solcher Behälter löst eine Farbbombe aus, die Geldscheine unbrauchbar macht. Wird einem Geldboten eine Kassette entrissen, löst sich der gleiche Mechanismus im Griff des Behälters aus. „Die Benutzung solcher Behälter ist Vorgabe für unsere Mitglieder“, so Olschock. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter beim Öffnen der Kassette eine böse Überraschung erlebten, sei daher hoch.