Streit

Vorwürfe nach Rücktritt von Berlins Piraten-Chef Lauer

Christopher Lauer war am Donnerstag aus seiner Partei ausgetreten – wegen fehlenden Rückhalts in den eigenen Reihen. Doch nun gibt es Berichte, möglicherweise waren andere Gründe entscheidend.

Der Berliner Ex-Landeschef der Piraten, Christopher Lauer, ist mit seinem Parteiaustritt möglicherweise einem drohenden Rauswurf zuvorgekommen. Zumindest kursiert im Internet ein Schreiben des Bundesvorstandes, in dem Ordnungsmaßnahmen gegen Lauer angedroht werden.

Parteichef Stefan Körner kündigt in der Mail seine Absicht an, den Berliner seines Amtes entheben zu lassen, unter anderem wegen „verbaler Degradierungen der Piratenpartei“ und der öffentlich von Lauer erklärten Absicht, den Landesverband aus der Bundespartei herauszulösen.

Lauer selbst bezweifelte am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter zunächst die Echtheit der „Ordnungsmaßnahmen-Geschichte“. Am Abend erklärte er wiederum, er habe gerade erfahren, dass es beim Bundesvorstand der Piraten gar keinen Beschluss zu einer Ordnungsmaßnahme gebe und „Herr Körner“ eigenmächtig gehandelt habe.

Lauer hatte am Donnerstag überraschend verkündet, aus der Piratenpartei auszutreten, aber in der Abgeordnetenhaus-Fraktion zu bleiben. Der 30-Jährige hatte seinen Rücktritt damit begründet, dass der Landesvorstand seine Absicht, die Strukturen der Partei zu professionalisieren, nicht unterstützt habe.

Lauer twittert zurück

Am späten Freitagabend reagierte Lauer bei Twitter auf die Diskussion. „Es gibt wohl noch eine weitere Version des OM-Schreibens, in denen mir Flaggenschande und Kommunistische Umtriebe vorgeworfen werden“, kommentierte er ironisch.

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