TV-Dokumentation

„Kiffer, Dealer, Coffeeshop“ – So kifft Berlin

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will Cannabis legal anbieten. Wie sinnvoll ist das? Ein Film über den Drogenkonsum in der Hauptstadt regt zum Nachdenken über unser Verhältnis zum Rausch an.

Foto: Oliver Berg / dpa

Man sieht eine Hanf-Plantage in der Uckermark, eine illegale Produktionsstätte mit vielen Lampen und Ventilatoren irgendwo in Berlin – und lernt viele Menschen kennen, die mit dem Rauschmittel Cannabis mal bessere, mal schlechtere Erfahrungen gemacht haben: „Kiffer, Dealer, Coffeeshop“, heißt die Dokumentation, die der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) am Mittwoch um 22.15 Uhr über die „Cannabis-Hauptstadt Berlin“ zeigt.

Der Film ist mal unterhaltsam, mal informativ – vor allem aber regt er zum Nachdenken an. Es geht um die Frage, ob die Absicht des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, das Rauschmittel legalisiert in Coffeeshops anzubieten, eine gute Idee ist.

Der Film präsentiert viele Facetten, vor allem aber zeigen die Autoren, wie absurd der Umgang mit der illegalen Droge geworden ist. Eine Patientin, die Cannabis legal zur Schmerzlinderung erwerben darf, berichtet, dass sie in der Apotheke ein Vielfaches dessen bezahlt, was Minderjährige auf dem Schulhof ausgeben. Ein Verkäufer erklärt, was man in seinem Laden (legal!) für die heimische Mini-Plantage kaufen kann.

Soll Cannabis legalisiert werden?

Dann erfährt man, wie Drogenfahnder genau solche Plantagen ausheben, weil ihr Betrieb nach wie vor verboten ist. Eine regelmäßige Kifferin plaudert darüber, dass sie beim Cannabis-Konsum einmal eingeschlafen sei. Etwas Schlimmeres sei nie passiert. Ein Mediziner warnt dagegen, dass etwa 20 Prozent seiner Psychose-Patienten erst wegen ihres übermäßigen Cannabis-Kosums krank geworden seien.

Soll man Cannabis also legalisieren oder nicht? Eine eindeutige Antwort gibt der Film nicht. Die Autoren erörtern aber die wichtigen Fragen - und zwar ohne die bei dem Thema sonst üblichen ideologischen Scheuklappen. Allein deswegen ist der Film sehenswert.