Sportwettkämpfe

Olympische Spiele in Berlin - Wowereit will Bürger befragen

Soll sich die Hauptstadt um die Austragung der Olympischen Spiele bewerben? Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit ist für einen Volksentscheid - und will mögliche Kosten vollständig offenlegen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich für einen Bürgerentscheid über die Frage der Austragung Olympischer Spiele in Berlin ausgesprochen. „Ich bin für einen Bürgerentscheid über Olympische Spiele, wenn die Pläne konkretisiert sind, konzeptionell und finanziell“, sagte Wowereit im Interview mit der Berliner Morgenpost.

„Wir müssen uns da gemeinsam mit dem Parlament die Verfassung und alle rechtlichen Möglichkeiten für ein Bürgervotum anschauen. Aber diesen Weg sollten wir gehen.“

Der Senat und das Abgeordnetenhaus werden sich nach Angaben Wowereits die rechtlichen Möglichkeiten für einen Bürgerentscheid anschauen und danach ein geeignetes Modell vorlegen.

Die Bevölkerung müsse „rechtzeitig transparent informiert werden und die Gelegenheit haben, mitzuentscheiden“.

„Bei den Kosten brauchen wir Transparenz“

Gleichzeitig sprach sich Wowereit für eine vollständige Offenlegung möglicher Kosten für die Austragung der Spiele aus. „Bei den Kosten brauchen wir Transparenz“, sagte Wowereit. „Olympische Spiele kosten Geld. Unser Vorteil ist, dass wir viele Sportstätten schon haben und keine sonstige Infrastruktur brauchen.“

Berlin plant mit Kosten in Höhe von 50 Millionen Euro für die Bewerbung und zwei Milliarden Euro für die Durchführung der Spiele.

Für die am Votum der Anwohner gescheiterte Bewerbung Münchens für Olympische Winterspiele hatte der Bund eine finanzielle Beteiligung von einem Drittel für den Bau der sportlichen Infrastruktur zugesagt.

Senat entscheidet über Interessenbekundung

Am kommenden Dienstag entscheidet der Senat über die Interessenbekundung Berlins zur Durchführung Olympischer Sommerspiele und der Paralympics. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat Berlin und Hamburg aufgefordert, ihre Interessenbekundung bis zum 31. August vorzulegen.

Dazu hat der Verband einen 13 Fragen umfassenden Katalog an beide Städte geschickt. Voraussichtlich im Dezember entscheidet der DOSB, ob Deutschland sich für die Spiele 2024 oder 2028 mit einer der beiden Städte bewirbt. Eine endgültige Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) muss Ende 2015 vorliegen, der Weltverband entscheidet dann 2017, wer die Spiele 2024 austrägt.

Die Interessenbekundung des Senates ist nach Angaben Wowereits keine endgültige Festlegung für eine Bewerbung. „Wenn wir den Fragebogen zu den Olympischen Spielen jetzt an den DOSB abgeben, dann ist das nur ein erster Schritt“, sagte er. „Anschließend wird es darum gehen, die Pläne gemeinsam auszuarbeiten, Finanzpläne zu erstellen und die Möglichkeiten der Mitwirkung zu schaffen.“

Bestehende Anlagen sollen ausgebaut werden

Nach ersten Plänen des Senats sollen für die Sportwettkämpfe kaum dauerhafte Neubauten entstehen, sondern bestehende Anlagen ausgebaut werden. Das olympische Dorf mit mindestens 5000 Wohnungen für bis zu 18.000 Sportler und Funktionäre soll auf dem Gelände des dann – so der Plan – geschlossenen Flughafens Tegel entstehen.

Dabei sollen die Pläne für die Errichtung eines Technologieparks als dauerhafte Nachnutzung des Flughafens nicht betroffen sein. Die Wohnungen sollen nach dem ersten Senatsvorschlag am westlichen Ende des Flughafens Richtung Kurt-Schumacher-Damm gebaut werden. Nach den Spielen sollen sie als barrierefreie Wohnungen den Berlinern zur Verfügung gestellt werden.

Die Wettkämpfe sollen vor allem im Olympiapark in Charlottenburg und im Sportforum Hohenschönhausen stattfinden. Als weitere provisorische Sportanlagen sind die Messehallen und die Hangars des ehemaligen Flughafen Tempelhofs vorgesehen. Genutzt werden sollen auch die Max-Schmeling-Halle und die O2 World. Die Paralympics sollen hauptsächlich im Jahn-Sportpark in Mitte stattfinden, der für diesen Zweck barrierefrei saniert werden soll.

Nicht in Berlin stattfinden können die Segelwettkämpfe, Golf (neu ab 2016 im Programm), die Ruder- und Kanurennen sowie Teile des Fußballturniers. Für die Segelregatten kommt Warnemünde in Frage, das Golfturnier könnte im Umland auf einem bestehenden Golfplatz stattfinden.