Bauen

Berlin verzeichnet Rekordzuwachs bei Immobilien-Projekten

Bau, Planung und Fertigstellung von Immobilien hat in der Hauptstadt einen Rekordzuwachs erreicht. 66 Prozent davon sind Wohnflächen. Vor allem in Köpenick und Spandau wird gebaut.

In Berlin und Potsdam werden immer mehr Wohnungen, Büros und Gewerberäume entwickelt und gebaut. Der Umfang bei Bau, Planung und Fertigstellung von Nutz- und Wohnimmobilien hat ein Rekordniveau erreicht. Das ergab eine Studie des Marktanalysten Bulwiengesa AG im Auftrag des Baukonzerns Hochtief und der Berliner Volksbank. Im Analysezeitraum von 2011 bis 2018 liegt das Volumen bei 7,66 Millionen Quadratmetern und ist damit größer denn je. Das entspricht einem Zuwachs von fast zehn Prozent gegenüber dem vorangegangenen Vergleichszeitraum.

Insgesamt werden 26,1 Milliarden Euro in alle Projekte investiert. Berlin allein lässt mit diesem enormen Wachstumsplus Städte wie Frankfurt und München laut Bulwiengesa weit hinter sich. Der stärkste Stadtentwicklungsraum ist zurzeit die alte Stadtmitte mit 605.000 Quadratmetern in Entwicklung.

Ausgewertet wurden Entwickler-Projekte mit einer Nutz- und Wohnfläche ab 1000 Quadratmetern, die seit Anfang 2011 fertiggestellt wurden oder sich am 1. Juli 2014 in Bau oder Planung befanden und bis Ende 2018 fertiggestellt wurden. „Zwar verhält sich das Wachstum nicht mehr so rasant wie in den letzten zehn Jahren“, sagte Andreas Schulten von Bulwiengesa. „Doch vor allem geplante Projekte wachsen stark weiter.“ 5,06 Millionen Quadratmeter (66 Prozent) betreffen Wohnflächen, 85,2 Prozent sind es in Potsdam. Dabei scheint es nicht zu stören, dass die Grunderwerbssteuer zum 1. Januar 2014 auf sechs Prozent erhöht wurde. „Das kann zwar zunächst das Wachstum bremsen“, sagt Schulten, verweist aber auf den Zweck der Steuern. „Den Entwicklern ist bewusst, dass eine gute Infrastruktur für Wohnqualität und Wirtschaftstandort gleichermaßen notwendig ist.“

Der Flächenanteil der Projektentwicklung variiert zum Teil in den einzelnen Bezirken. Vor allem in den Ortsteilen am Stadtrand wie Köpenick und der Norden Spandaus wird im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich mehr gebaut. Der Anstieg der Mietpreise ist vor allem der hohen Nachfrage und niedriger Bautätigkeit geschuldet. Die Mieten bei Erstbezug stiegen um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 10,80 Euro pro Quadratmeter. Aufgrund von Sättigung erhöhten sich die Angebotskaufpreise bei Neubaueigentum nur um zwei Prozent auf 3700 Euro pro Quadratmeter. Schulten: „Die Grundstückspreise werden zukünftig so hoch sein, dass es zum Teil lukrativer ist, Wohnungen statt Büros zu kaufen.“ Zurzeit brauche man für den Kauf einer Wohnung etwa 7,8 Jahresgehälter.