Personalentscheidung

Verdi-Spitze setzt Streikführer Frank Bäsler bei der BVG ab

Die Absetzung des Verdi-Sekretärs Frank Bäsler durch die Gewerkschaft sorgt derzeit für Unruhe unter den BVG-Beschäftigten. In einem Protestbrief wenden sich Vertrauensleute gegen dessen Ablösung.

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Eine Personalentscheidung der Gewerkschaft Verdi sorgt derzeit für Unruhe unter den Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). In einem Brief an die Berliner Verdi-Landeschefin Susanne Stumpenhusen beschwerten sich jetzt Vertrauensleute der BVG-Betriebsbereiche Omnibus und Straßenbahn über eine kürzlich erfolgte Ablösung des für die BVG zuständigen hauptamtlichen Verdi-Sekretärs Frank Bäsler. „Für dessen Absetzung gibt es keinerlei nachvollziehbare Gründe“, sagte einer der Gewerkschafter der Berliner Morgenpost. Vermutet wird, dass an dem nicht unumstrittenen Gewerkschaftsfunktionär ein Exempel statuiert werden soll.

„Frank Bäsler ist nicht mehr für die BVG zuständig, wird aber eine andere Aufgabe bei uns im Haus übernehmen“, bestätigte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann am Donnerstag die Entscheidung. Zu den Gründen für dessen Ablösung wollte er sich nicht äußern. Gewerkschaftsintern ist jedoch zu hören, dass der eigenwillige Bäsler mehrfach mit Spitzenfunktionären auf Bundes- und Landesebene angeeckt sein soll. Vorgeworfen werden ihm Alleingänge und ein unabgestimmtes Vorgehen vor allem bei Tarifverhandlungen.

Bäsler gilt als harter Unterhändler

Bäsler, der Verdi auch im Aufsichtrat der BVG vertritt, gilt als einer der profiliertesten Gewerkschafter in Berlin. Einen Namen machte er sich vor allem als harter Unterhändler in den häufigen Tarifauseinandersetzungen in der BVG. Unter seiner Regie kam es etwa im Frühjahr 2008 zum längsten Streik in der Geschichte der Verkehrsbetriebe. Mit teils flächendeckenden Arbeitsniederlegungen hatten sich die Beschäftigten erfolgreich gegen Pläne des damaligen Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) gewehrt, künftige Lohnerhöhungen mit alten Besitzständen zu verrechnen. Bei den Arbeitskämpfen, die nicht selten massiv die Fahrgäste der BVG trafen, wurde häufig die Verhältnismäßigkeit der Mittel kritisiert. Andererseits soll Bäsler mäßigend auf besonders radikale Gewerkschafter eingewirkt haben.

Bäsler selbst ist seit Anfang Juli erkrankt und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.