Sommerwetter

Hitzerekord an Pfingsten - Hier sucht Berlin nach Abkühlung

Es ist schon jetzt das heißeste Pfingsten seit 1979 - und am heutigen Pfingstmontag wird es sogar noch heißer. In Berlin klettert das Thermometer auf bis zu 33 Grad. Es drohen Hitzegewitter.

Foto: dpa

Auch am heutigen Pfingstmontag erlebt Berlin wieder die Gluthitze: Der Deutsche Wetterdienst warnte die Einwohner Berlins vor einer noch größeren Hitzebelastung als schon am Pfingstsonntag. Die gefühlten Temperaturen kletterten von 32 Grad am Sonntag auf 33 Grad am Montag, hieß es. Besonders Senioren und Kranken macht die Hitze zu schaffen. Doch auch viele Schaulustige beim Karneval der Kulturen in Kreuzberg waren am Sonntag betroffen: Bis zum Nachmittag kümmerten sich die Sanitäter um 60 Menschen mit Kreislaufproblemen, wie ein Polizeisprecher sagte. Das seien außergewöhnlich viele Fälle.

Man sollte also auch am Pfingstmontag stets ausreichend Wasser trinken, sich vor direkten Sonne möglichst nicht aussetzen und bei Sonnenbädern mit Sonnenmilch gut eincremen. Auch eine Kopfbedeckung ist anzuraten.

Neuer Hitzerekord in der Hauptstadt: 34,1 Grad

Die sommerliche Hitze lässt seit Tagen Mensch und Tier in der Hauptstadt tüchtig schwitzen. Bei Temperaturen um 30 Grad stand und steht Wasser in jeder Form hoch im Kurs. Die Hitze hat sogar einen Rekord gebrochen: Mit 34,1 Grad war der Pfingstsonntag der wärmste 8. Juni seit Beginn der Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Bisher lag der Rekord bei knapp 33 Grad, wie ein Meteorologe sagte. Auch am Pfingstmontag blieb es mit 32 Grad im Schatten bis zum Nachmittag ähnlich heiß.

>> Zehn Tipps, wie Sie der Hitze in Berlin entkommen <<

Am Pfingstmontag erwartete der DWD erneut viel Sonne und extreme Hitze bei bis zu 37 Grad im Südwesten Deutschlands. Allerdings sollte es vor allem in der Landesmitte wieder Hitzegewitter geben. Nur im Norden war es mit 23 bis 27 Grad deutlich kühler. Am Dienstag regnet es von der Ostsee bis zum Oberrhein verbreitet kräftig und gewittert. Die Höchstwerte liegen dann bei 25 bis 30 Grad im Norden und Westen, sonst bei 30 bis 35 Grad. Am heißesten wird es in der Südosthälfte, wo es am Mittwoch Schauer und Gewitter geben kann.

Ein wenig Abkühlung soll zur Wochenmitte hin Luft aus dem Südwesten bringen. Wegen der Atlantikluft sind laut Wetterdienst dann nur noch zwischen 20 und maximal 30 Grad im Schatten zu erwarten. Am Donnerstag erwarten die Meteorologen die Gewitter im Süden. Die Temperaturen erreichen dann dort nur noch maximal 28 Grad.

Besucheransturm auf Strandbad Weißensee

Liegewiesen und Strände in Berlin waren am Montagnachmittag bereits gut gefüllt: „Es ist knifflig, an unserem Strand noch ein Handtuch reinzuzwängen“, sagte eine Mitarbeiterin des Strandbads am Weißen See am Montag. Viele Besucher kämen bereits zur Öffnung des Strandbades um 9 Uhr morgens. Das ganze lange Wochenende seien jeden Tag viele Badegäste da gewesen. Das Wasser des Weißensees ist infolge der sommerlichen Temperaturen inzwischen 22 Grad warm.

Elefanten duschen unterm Rasensprenger

Abkühlung brauchten auch die Tiere in den beiden städtischen Zoos. „Unsere Elefanten können bei der Hitze unter einem Rasensprenger duschen“, sagte Zoo-Sprecherin Claudia Bienek. Die Dusche sei auf dem Dach ihrer Behausung montiert. Extra Eisbomben gab es für die Eisbären. Darin sind laut Bienek Gemüse und Fisch eingefroren. Die Affen im Zoo durften sich aus Bettlaken ihre Sonnensegel selbst bauen.

Trotz Hitze zog es am Sonntag wieder Hunderttausende zum Karneval der Kulturen rund um den Kreuzberger Blücherplatz. Traditioneller Höhepunkt war der Festumzug am Pfingstsonntag. Schätzungsweise 740.000 Menschen tanzten und feierten, wie der Veranstalter mitteilte. Mit 70 Strafanzeigen sei es sehr friedlich zugegangen, sagte ein Polizeisprecher. Dabei ging es unter anderem um Diebstähle und Schlägereien. Weitaus häufiger waren die Sanitäter gefragt: Sie mussten 500 Mal ausrücken, doppelt so oft wie im vergangenen Jahr. Hitze und Alkohol schlugen so manchem Besucher aufs Gemüt.

Erleben Sie den Karneval der Kulturen in unserem Minutenprotokoll

Nordosten und Westen erlebt nach der Hitze Regen, Sturm und Donner

In Teilen Deutschlands ist die Abkühlung schon da. Nach einem sonnigen Pfingstsonntag sind am Abend und in der Nacht zu Montag dunkle Gewitterwolken über einige Regionen des Landes gezogen. Vor allem aus dem Nordosten wurden heftige Regenfälle, Sturmböen und Blitzeinschläge gemeldet. In Mecklenburg-Vorpommern stürzten nach Angaben der Rostocker Polizei am Sonntagabend Bäume auf Autos und Häuser. In Nordwestmecklenburg wurde eine Autofahrerin dabei am Kopf verletzt.

In Warnemünde und Wismar brannten Dachstühle nach Blitzeinschlägen. Die Schäden gingen nach ersten Schätzungen in die Hunderttausende. Am Montagmorgen erlebte hingegen vor allem Nordrhein-Westfalen regenreiche Unwetter. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) waren sie aus Belgien in das Land gezogen.

>> Die aktuelle Vorhersage für Berlin <<