Breitscheidplatz

Polizei nimmt alle Flüchtlinge an der Gedächtniskirche mit

Die elf Afrikaner mussten ihre Mahnwache am Dienstag vor der Gedächtniskirche abbrechen. Polizisten überprüfen die Flüchtlinge wegen etwaiger Verstöße gegen die Residenzpflicht.

Foto: Steffen Pletl

Am Dienstagvormittag hat die Berliner Polizei die elf Flüchtlinge von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aufs Revier mitgenommen. Rund 110 Beamte waren vor Ort, um die elf Afrikaner, die dort seit Tagen kampiert hatten, wegen etwaiger Verstöße gegen die Residenzpflicht zu überprüfen, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Anwesend waren auch ein Dolmetscher und ein Arzt.

Sollten sie aus einem anderen Bundesland stammen, sollen die Männer dorthin zurückgebracht werden. Einer der Asylbewerber hatte vergangene Woche im Sender RBB angegeben, aus Sachsen-Anhalt nach Berlin gekommen zu sein.

Wie sich am Nachmittag herausstellte, haben neun der elf Flüchtlinge bereits ein Asylverfahren in Sachsen-Anhalt durchlaufen. "Diese neun haben die Angaben freiwillig gemacht", sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Eine Überprüfung der Personalien habe ergeben, dass dies korrekt sei. "Alle neun haben eine Residenzpflicht für Sachsen-Anhalt." Zwei Flüchtlinge verweigerten Angaben. Von ihnen seien jetzt Fingerabdrücke genommen worden. Die neun Flüchtlinge wurden offenbar am Nachmittag nach Magdeburg gebracht.

Die Flüchtlinge demonstrierten seit einer Woche vor der Gedächtniskirche mit einer Dauer-Mahnwache für ein Bleiberecht in Deutschland. Zuvor waren sie acht Tage lang auf dem Alexanderplatz für ihre Forderungen in einen Hungerstreik getreten.

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