Attacke

Kleinkind wird in Berlin vom Kampfhund der Tante gebissen

Eine Einjährige hat schwere Verletzungen im Gesicht erlitten, als sie von einem American Staffordshire Terrier attackiert wurde. Die Polizei leitete Ermittlungen gegen die Hundehalterin ein.

Ein einjähriges Mädchen ist in Berlin-Wittenau von einem Kampfhund gebissen und schwer verletzt worden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, ereignete sich der Vorfall im privaten Umfeld des Kindes.

Mit seiner Mutter hatte das Mädchen am Sonntagnachmittag eine Verwandte im Reinickendorfer Ortsteil Wittenau besucht. Zu Gast war auch die Tante des Mädchens mit ihrem Hund, einem American Staffordshire Terrier.

Gegen 16.30 Uhr krabbelte die Einjährige unter den Tisch, dort saß der Hund. Das Tier fühlte sich offenbar bedrängt und biss das Mädchen ins Gesicht. Dabei wurde die Kleine so schwer verletzt, dass die Angehörigen die Feuerwehr alarmierten. Rettungskräfte brachten das Mädchen ins Virchow-Klinikum, wo es seitdem stationär behandelt wird.

Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen die Tante sein. Der Hund konnte vorerst bei seiner Besitzerin bleiben.

Am häufigsten beißen Mischlinge und Schäferhunde ein

Immer wieder werden Menschen von Hunden angefallen und gebissen, nicht selten trifft es Kinder. Dabei sind es keineswegs immer Kampfhunde, die zubeißen.

So zeigt die Hundebiss-Statistik, dass die meisten Attacken von Mischlingen oder Schäferhunden kommen. Erst vor wenigen Tagen musste ein 40 Jahre alter Radfahrer in Frohnau ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem er von einem Schäferhund gebissen worden war. Bei dem Tier handelte es sich um einen Polizeihund, dessen Herrchen außer Dienst war, den Hund aber angeleint hatte.

Häufig finden Hunde-Attacken im Freien statt, wo Kampfhunde grundsätzlich nur angeleint und mit Maulkorb herumlaufen dürfen. Der Gesetzgeber stuft Hunde bestimmter Rassen von vornherein als gefährlich ein. Darüber hinaus gelten solche Hunde als gefährlich, die eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft, Angriffslust oder Schärfe zeigen. Dazu zählen beispielsweise Hunde, die, ohne vorher angegriffen, geschlagen oder bedroht worden zu sein, einen Menschen oder ein Tier gebissen haben oder einen Artgenossen trotz dessen klarer Unterwerfungsgesten weiter attackieren.

Da sich Maulkorb- und Leinenzwang kaum im privaten Bereich durchsetzen lassen, sind Vorfälle wie der vom Sonntag nur schwer zu verhindern. Der vielfach diskutierte Hundeführerschein, mit dem Hundehalter ihre Eignung zum Besitz eines Hundes nachweisen müssen, wird derzeit bei der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz überprüft. Ob er im Hundegesetz aufgenommen wird, wird nach Angaben einer Sprecherin frühestens im Herbst entschieden.