Großer Andrang

Zu erfolgreich - Anzeige gegen Eisdiele in Prenzlauer Berg

Weil das Eis der Berliner Patisserie „Hokey Pokey“ gefragt ist, hat ihr Inhaber nun Ärger. Zu viele Kunden versperren Geh- und Fluchtwege. Um das Problem zu lösen, werden nun die Preise erhöht.

Foto: Hokey Pokey

Eigentlich sollte es ja etwas Schönes sein, beim ersten Sonnenschein ein Eis zu essen. Doch an der Eisdiele „Hokey Pokey“ in der Stargarder Straße 73 (Prenzlauer Berg) im Berliner Bezirk Pankow sah es in den vergangenen Tagen ganz anders aus.

Menschen, die sich in einer mehrere Meter langen Schlange auf dem Gehweg drängeln, dazu Kinderwägen und Fahrräder – ein Ansturm, dem die Patisserie nicht gewachsen war. „Wir haben mehr Kunden bedient, als wir eigentlich bewirten können“, sagt Niko Robert, Inhaber und Gründer von „Hokey Pokey“.

Seit der Wiedereröffnung am 9. März 2013 hätte er rund 30 Prozent mehr Kunden gehabt als im Jahr zuvor. Auf dem Gehweg vor dem Geschäft gab es teilweise richtigen Tumult: Fluchtwege, Haus- und Geschäftseingänge waren blockiert, keiner kam mehr durch.

Durch höhere Preise weniger Kunden?

Das Ganze führte nun so weit, dass die Inhaberin des benachbarten Cafés „Meersalz“ jetzt sogar Anzeige erstattet hat, da ihre Terrasse den Passanten nicht mehr zugänglich gewesen ist. „Nachbarn und Anwohner fühlten sich von den riesigen Warteschlangen belästigt. Das können wir verstehen“, heißt es nun auf der Facebook-Seite der Patisserie. Die Bänke vor der Eisdiele wurden zwar schon weggeräumt, damit die Kunden nicht auf die Idee kommen, länger vor dem Geschäft zu bleiben. Doch das reicht wohl noch nicht.

Um das Problem zu lösen, hat Niko Robert den Preis seiner Ware erhöht. Eine Kugel Eis kostet seit diesen Freitag nun 1,60 Euro statt 1,20 Euro. 40 Cent mehr, um zu versuchen, weniger Kundschaft anzulocken. Ein Problem, von dem die meisten Gastronomen nur träumen können. Als Gegenzug wird der Preis für einen Becher zum Mitnehmen von sieben auf sechs Euro gesenkt. „Wir wollen vermeiden, dass die Leute zu lange vor dem Laden verweilen“, so Robert.

Der Patissier macht das Eis selbst, es ist für seinen Geschmack und die besonderen Sorten bekannt. Auch das lockt natürlich viele Kunden an. „Mir geht es nicht um den Umsatz. Ich will, dass unsere Gäste unser Eis weiterhin essen können“, sagt Niko Robert. Er kann also nur hoffen, dass seine Kunden ein Einsehen haben. Denn wegen einer Strafanzeige und zivilrechtlichen Entschädigungen könnte im schlimmsten Fall das Ordnungsamt den Laden schließen.