Private Partner

Bund beschreitet beim Bildungsministerium neue Wege

Gemeinsam mit Privatunternehmen finanziert der Bund den Neubau des Bildungsministeriums in Berlin-Mitte. Dadurch sollen keine zusätzlichen Kosten für die Steuerzahler entstehen. Der Hauptsitz bleibt jedoch in Bonn.

Foto: Paul Zinken / dpa

Ob Hauptstadtflughafen, Bundesnachrichtendienst oder Staatsoper: Wenn die öffentliche Hand baut, wird es für den Steuerzahler oft richtig teuer. Beim Neubau für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am Kapelle-Ufer in Berlin-Mitte soll das nicht passieren. Gebaut und betrieben wird der Ministeriumsbau als öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP), das heißt gemeinsam mit Privatunternehmen.

„Dies ist das erste Mal im zivilen Hochbau des Bundes und für alle Beteiligten mit neuen Formen der Zusammenarbeit verbunden“, sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka (CDU), anlässlich des Richtfestes. „Der zügige Baufortschritt zeigt: Es funktioniert hervorragend. Und es rechnet sich“, so die Ministerin. Nach Beginn der Bauarbeiten Anfang vergangenen Jahres wurde am Dienstag elf Monate nach der Grundsteinlegung die Richtkrone auf den Rohbau gesetzt.

Der Neubau des BMBF an seinem Dienstsitz in Berlin entsteht an der Spree in Mitte, neben dem Hauptbahnhof und gegenüber von Kanzleramt und Reichstag auf einer Fläche von rund 54.000 Quadratmetern. Um den Neubau hatte es heftige Diskussionen gegeben, weil die legendäre Strandbar „Bundespressestrand“ für das Bauvorhaben weichen musste.

2014 soll der Neubau fertig sein

Mit den Bauarbeiten war 2012 begonnen worden, im September 2014 soll der neue Dienstsitz fertig sein. „Die hohe architektonische Qualität des Gebäudes wird diesem herausragenden Standort gerecht“, lobte die Bildungsministerin den Entwurf des Architekturbüros Heinle, Wischer und Partner. Das Gebäude signalisiere Offenheit und werde eine sehr hochwertige, energetisch hochwirksame Fassade aus Naturstein, Glas- und Fotovoltaik-Elementen erhalten. „Wir bauen mit diesem Gebäude Zukunft“, so Wanka.

Die gegenwärtig auf drei Standorte verteilten Berliner Beschäftigten des BMBF – derzeit rund 350 Büroarbeitsplätze – erhalten damit erstmals einen gemeinsamen Standort. Der Neubau ist jedoch weit größer konzipiert, insgesamt entstehen 1000 Arbeitsplätze. Eine Vorsichtsmaßnahme, falls doch einmal die politische Entscheidung fällt, die Bonner Mitarbeiter des Ministeriums in die Hauptstadt zu holen. Derzeit sei dies jedoch kein Thema. Mit 75 Prozent der Beschäftigten bleibe Bonn weiterhin erster Dienstsitz des BMBF, heißt es in einer aktuellen Erklärung des Ministeriums. Nicht benötigte Büroflächen sollen deshalb vorerst durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) anderweitig vermietet werden.

Insgesamt soll der neue Dienstsitz 115 Millionen Euro kosten. Gegenüber der Kostenschätzung für eine Eigenrealisierung sei das Angebot des im ÖPP-Verfahren siegreichen Konsortiums unter der Führung der Unternehmen BAM Deutschland AG und Amber GmbH um rund 9,5 Prozent günstiger gewesen, so das Ministerium. Dies entspreche einer Einsparung von rund 28 Millionen Euro über den Vertragszeitraum von 30 Jahren.