Streik und Schnee

Fluggäste müssen sich auf Behinderungen einstellen

Der Streik am Flughafen Düsseldorf wird voraussichtlich erneut Auswirkungen auf die Berliner Flughäfen haben. Zudem wird eine große Menge Neuschnee erwartet. Einige Flüge könnten ausfallen.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Reisende müssen sich am Montag erneut auf Ausfälle und Verspätungen im Flugverkehr einstellen. Grund dafür ist vor allem ein ganztägiger Streik des Sicherheitspersonals am Flughafen Düsseldorf, das seinen Forderungen nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen Nachdruck verleihen will.

Mit weiteren Beeinträchtigungen im Flugverkehr ist aufgrund des plötzlichen Wintereinbruchs zu rechnen. Die Meteorologen haben insbesondere für den Nordosten Deutschlands erhebliche Neuschnee-Mengen vorhergesagt. Davon stark betroffen könnten die Berliner Flughäfen in Tegel und Schönefeld sein. Besonders schwierig könnte sich die Lage gestalten, wenn es neben dem Schneefall auch zu Vereisungen kommt. Dann ist erheblich mehr Aufwand nötig, um die Start- und Landebahnen zu beräumen. Zudem ist mehr Zeit notwendig, um die Maschinen zu enteisen.

Streik findet von vier bis 24 Uhr statt

Wie die Gewerkschaft Ver.di am Sonntag mitteilte, sind die Beschäftigten der Fluggast-, Personal- und Warenkontrolle am Flughafen Düsseldorf aufgerufen, von vier bis 24 Uhr die Arbeit niederzulegen. Das Sicherheitspersonal an den Berliner Flughäfen in Tegel und Schönefeld ist in diesen Arbeitskampf nicht einbezogen. Für sie hat es bereits im vergangenen Jahr einen Tarifabschluss gegeben. Dennoch wird damit gerechnet, dass der Streik auch Auswirkungen auf den Flugbetrieb in der Hauptstadt haben wird.

Düsseldorf ist mit mehr als 20 Millionen abgefertigten Fluggästen im Jahr der drittgrößte Verkehrsflughafen Deutschlands. Allein Air Berlin und Lufthansa bieten jeweils bis zu sechs Direktverbindungen am Tag zwischen Berlin-Tegel und Düsseldorf an. Bei ähnlichen Aktionen in den vergangenen Wochen mussten die Airlines einen Großteil der Flüge streichen, weil die Maschinen an den Ausgangsflughäfen nicht oder nicht rechtzeitig abgefertigt wurden.

Ver.di fordert Lohnerhöhung zwischen 2,50 und 3,64 Euro

Seit Wochen sorgt der Arbeitskampf des Sicherheitspersonals in Düsseldorf und am benachbarten Flughafen Köln/Bonn für erhebliche Behinderungen im Flugverkehr. Die Ausweitung der Streiks sei die Antwort der Beschäftigten auf die starre Haltung der Arbeitgeber, hieß es. Die Gewerkschaft erwarte „einen Tarifabschluss vor den Osterferien“, sagte ein Ver.di-Sprecher. Bereits am vergangenen Freitag hatte das Sicherheitspersonal am Köln-Bonner Flughafen die Arbeit niedergelegt. Ver.di fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro. Für die Beschäftigten der untersten Lohngruppe bieten die Arbeitgeber nach Gewerkschaftsangaben bisher lediglich 40 Cent mehr an.