Unglück

Berlinerin stirbt nach Explosion in Steglitzer Mietwohnung

Bei einem Wohnungsbrand in Berlin-Steglitz ist eine Frau ums Leben gekommen. Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, nachdem sie einen lauten Knall in der Wohnung in der dritten Etage gehört hatten.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berliner Feuerwehrleute machten am frühen Freitagmorgen einen grausigen Fund in einer Wohnung an der Steglitzer Schloßstraße. Bei einem Einsatz fanden die Beamten eine leblose Frau in einer Wohnung, in der nach einer Verpuffung ein Brand ausgebrochen war.

Bei der leblosen Person soll es sich um die 53 Jahre alte Mieterin handeln. Nach Angaben der Einsatzkräfte kam für die Frau jede Hilfe zu spät. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen, heißt es.

Aus noch unklarer Ursache war es früh gegen 6.30 Uhr in der Wohnung zu einer Verpuffung gekommen. Diese sei so stark gewesen, dass Wohnungsgegenstände in den Hinterhof geschleudert wurden, hieß es bei der Feuerwehr. Anschließend brach ein Feuer aus.

Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, nachdem sie einen lauten Knall in der Wohnung in der dritten Etage gehört hatten. Die Feuerwehr traf wenig später mit rund 40 Einsatzkräften am Brandort ein. Sie löschten das Feuer in der Zwei-Zimmer-Wohnung im rechten Seitenflügel des Hauses.

Kräfte der Feuerwehr hätten eine dreckige und verwahrloste Wohnung vorgefunden, hieß es. Spezialisten eines Brandkommissariats des Landeskriminalamtes waren bis zum Nachmittag mit der Spurensicherung in der Wohnung beschäftigt. Die Ursache für die Verpuffung und das Feuer sind noch unklar.

Die Feuerwehr war mit zehn Fahrzeugen im Einsatz. Dadurch kam es im morgendlichen Berufsverkehr auf der Schlossstraße, Unter den Eichen und auf den angrenzenden Straßen zu starken Verkehrsbeeinträchtigungen.

Gefährliches Gas

Mit der Verpuffung und dem jüngsten Brand an der Schloßstraße wird eine der schlimmsten Gasexplosionen in Berlin vor beinahe 15 Jahren in Erinnerung gerufen.

Am 4. August 1998 um 6.05 Uhr zerstörte eine gewaltige Gasexplosion ein viergeschossiges Wohnhaus an der Lepsiusstraße 57 in Steglitz. Sieben Menschen kamen dabei ums Leben. Nur ein Mann überlebte die Explosion.

Zeugen der Explosion berichteten damals, dass die Detonation noch kilometerweit zu hören und zu spüren war. Es war das schwerste Gasunglück in der Nachkriegsgeschichte der Stadt. Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk und Hilfsorganisationen waren rund 60 Stunden im Einsatz. 3000 Helfer bewegten bei der Suche nach vermissten Personen rund 2000 Tonnen Schutt, größtenteils mit der Hand.

Unter den Verschütteten befand sich auch der mutmaßliche Verursacher der Explosion, ein 13 Jahre alter Bewohner des Hauses, der vermutlich den Verschlussstopfen eine Prüfrohres mutwillig entfernt hatte. Bei der Obduktion des toten Jungen wurde Erdgas in den Lungen gefunden. Das Beweisstück, der Verschlussstopfen, wurde nie gefunden.