Mordermittlungen

Frau in Steglitz getötet - Ex-Partner festgenommen

Der 50-Jährige soll Elena K. verfolgt haben und hielt sich am Tatort auf. In Wedding gab es derweil eine Schießerei auf der Straße.

Foto: Steffen Pletl

Am Sonntag gegen 20 Uhr wurde die 48 Jahre alte Elena K. in ihrer Steglitzer Parterrewohnung an der Haydnstraße tot von ihrem Vater gefunden. Die Frau soll an den Folgen eines Messerstiches gestorben sein. Der Vater hatte zum letzten Mal am Sonntagmittag Kontakt zu seiner Tochter. Bei der Untersuchung fiel den Polizeibeamten in der Nähe des Tatorts der ehemalige Lebensgefährte des Opfers auf, der 50-Jährige wurde festgenommen. Zwischen den beiden gab es immer wieder Auseinandersetzungen.

Nachbarn beschreiben Elena K. als freundliche, selbstbewusste und zielorientierte Geschäftsfrau. Sie betrieb am Hindenburgdamm ein Reisebüro und in der Nähe ihrer Wohnung ein Café. Dieses wurde bis vor einigen Wochen von ihrem ehemaligen Lebensgefährten geführt. Bekannte der Toten erzählen, dass sie ihn nach einem Streit verlassen haben soll.

Ehemaliger Lebensgefährte ließ Elena K. nicht in Ruhe

Schon damals soll er ihr gedroht haben, sie wegen Steuerhinterziehung beim Finanzamt anzuschwärzen. Auch zu körperlichen Übergriffen soll es gekommen sein, danach soll Elena K. eine Strafanzeige erstattet haben. Einem Kriminalbeamten zufolge soll der 50-Jährige die Frau regelrecht verfolgt haben. Immer wieder soll sich der Mann in der Nähe ihrer Wohnung aufgehalten und sie aus einem Wartehäuschen heraus beobachtet haben. „Das war offensichtlich.

Warum bekam der Mann keinen Platzverweis, warum wurde gegen ihn keine einstweilige Verfügung erlassen, die ihm untersagte, sich der Frau zu nähern?“, fragt ein Bekannter des Opfers. Ob Elena K. ihren ehemaligen Lebensgefährten freiwillig in die Wohnung ließ oder ob sich der Mann mit einem Zweitschlüssel Zutritt verschaffte, ist unklar. Die Wohnung der 48-Jährigen wurde versiegelt. Die 8. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Häftling aus Spandau schießt Mann in Wedding nieder

Am Sonntagabend wurde zudem die 6. Mordkommission nach Wedding gerufen. Passanten hörten Schüsse und fanden einen Mann mit Schussverletzungen. Wenig später konnte der mutmaßliche Täter ermittelt werden – ein Häftling im offenen Vollzug aus Spandau. Nun sitzt er wieder hinter Gittern.

Nach ersten Erkenntnissen hatte es gegen 18.10 Uhr an der Schulstraße in Wedding eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gegeben. Irgendwann zog wahrscheinlich ein 38 Jahre alter Mann bosnischer Herkunft eine Waffe und schoss seinen Kontrahenten nieder. Dieser wurde in die Schulter getroffen und schwer verletzt. Er wurde von einer Rettungswagenbesatzung der Feuerwehr in ein Krankenhaus gebracht, dort ordneten die Ärzte eine Notoperation an. Lebensgefahr soll nicht bestehen.

Schütze schnell identifiziert

Ermittlungen führten schnell auf die Spur des Bosniers, er konnte durch Zeugenvernehmungen auch namentlich identifiziert werden. Als er schließlich zur vereinbarten Zeit um 21.30 Uhr in die Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Niederneuendorfer Allee in Spandau zurückkehrte, wurde er bereits von Polizeibeamten des Abschnitts 21 erwartet und festgenommen.

Bei dem Opfer soll es sich um einen Deutschen handeln. „Es ist davon auszugehen, dass es sich um einen Konflikt zwischen rivalisierenden kriminellen Vereinigungen handelt. Die Tat war geplant“, so ein Kriminalbeamter. „Denn es ist für einen Freigänger nicht ganz einfach, sich mal eben schnell eine Schusswaffe zu besorgen. Das spricht dafür, dass er Komplizen hatte, die ihn mit der Waffe versorgten und möglicherweise selbst bewaffnet waren.“

In beiden Fällen nimmt jede Polizeidienststelle Hinweise entgegen.