Reinickendorf

Böller reißt 26-jährigem Berliner fast zwei Finger ab

Der Mann hob den Böller vom Boden auf. Die Wucht der Explosion riss ihm Daumen- und Zeigefingerkuppe ab. Die Polizei warnt vor Sprengstoff.

Foto: Franziska Koark / dpa-tmn

Ein 26 Jahre alter Mann hat bei der Explosion eines Böllers fast zwei Finger verloren. In der Reinickendorfer Wohnung eines Nachbarn hatte der Mann zuvor am Sonnabend eine Geburtstagsfeier besucht. Gegen 19 Uhr gingen der 26-Jährige und Freunde vor die Tür am Huttwiler Weg und trafen auf Passanten, die ihnen so genannte Polenböller schenkten.

Zurück in der Wohnung zündeten die Männer zunächst zwei Böller auf dem Balkon in der dritten Etage. Als der 26-Jährige den dritten Böller anzündete und hinunterwerfen wollte, landete der Sprengkörper im Türrahmen. Der 26-Jährige nahm den Böller in die Hand, der daraufhin explodierte.

Durch die Wucht der Explosion wurden dem Mann die Kuppen des Daumens und des Zeigefingers der rechten Hand abgerissen. Seine Freunde alarmierten die Feuerwehr, die nach zehn Minuten mit einem Notarzt eintraf.

Die Rettungskräfte versorgten den 26-Jährigen mit Schmerzmitteln und fuhren ihn ins Krankenhaus. Dort wurde er noch in der Nacht notoperiert. Am Sonntag sollte der Mann ein weiteres Mal operiert werden.

„Man hört immer, dass man die Finger von diesen Böllern lassen soll“, sagte Kamil D. der Berliner Morgenpost. Der 27-jährige Freund des Opfers hatte am Sonnabend seinen Geburtstag nachgefeiert. „In dem Moment haben wir einfach nicht daran gedacht.“

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion gegen den 26-Jährigen eingeleitet. Die Feuerwehr rät, nur Feuerwerkskörper mit Zulassung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zu verwenden.

„Schwarzmarkt-Ware“ könne unberechenbar heftig explodieren. Feuerwerkskörper der Klasse II dürfen nur an den letzten drei Werktagen des Jahres und nur an Erwachsene verkauft werden. Das Abbrennen von Raketen und Böllern ist laut Gesetz nur vom Silvesterabend, 18 Uhr, bis zum Neujahrsmorgen um 7 Uhr erlaubt.