Potsdamer Platz

20 neue Sterne für den Berliner "Boulevard der Stars"

Geehrte wie Thomas Gottschalk, Bully Herbig und Katharina Thalbach kommen am Montag zur Eröffnung. Die Potsdamer Straße wird dafür gesperrt.

Foto: DAPD

Die neuen Sterne sind schon da. Blank, aus Messing gefertigt und in der Mitte der Potsdamer Straße eingelassen. Auf dem Boulevard der Stars werden 20 weitere Prominente der deutschen Film- und Fernsehwelt geehrt. Zur festlichen Eröffnung am 3. September wollen viele der so Geehrten kommen. Entertainer Thomas Gottschalk und Regisseur Michael Bully Herbig haben zugesagt. Die Schauspielerinnen Hannelore Hoger und Katharina Thalbach wollen kommen, ebenso Produzentin Regina Ziegler. Filmarchitekt Sir Kenneth Adam, der viele James-Bond-Filme ausstattete, fliegt mit seiner Ehefrau aus London ein. Zugesagt haben außerdem die Regisseure Heinrich Breloer und Reinhard Hauff, der Kameramann Carl-Franz Hutterer und die Autorin Rut Toma.

Noch nie zuvor wollten so viele Stars selbst kommen, sagte Georgia Tornow, die Geschäftsführerin der Boulevard der Stars gGmbH, am Mittwoch. Von den 13 lebenden Persönlichkeiten, die geehrt werden, würden zehn persönlich anwesend sein. Die Haltung zum Boulevard habe sich geändert. "Es ist eine Veranstaltung geworden, zu der man hingeht."

Auch die Nachfahren berühmter Künstler, die einen Stern bekommen, sind eingeladen worden. Der Neffe von Hans Albers, die Tochter des Komponisten Werner Richard Heymann und die Enkelin und die Urenkelin von Karl Valentin wollen am Montag bei der Ehrung dabei sein. Bei verstorbenen Künstlern hole man immer die Erlaubnis der Angehörigen ein, sagte Tornow. Die Rechte an den Bildern, die auf dem Boulevard gezeigt werden, habe die Gesellschaft erworben, sagte Tornow. Sie erzählte auch, die Ehefrau von Bernd Eichinger habe bis heute nicht erlaubt, dass ein Foto ihres Mannes gezeigt werde.

Potsdamer Straße wird gesperrt

Am Montag um 17 Uhr werde Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit das goldene Band durchschneiden, kündigte Tornow an. "Dann gehen die Stars zu ihren Sternen." Die Potsdamer Straße wird auf der Seite des Sonycenters gesperrt. Dort können sich die Fans positionieren und auf ein Autogramm hoffen. Am Abend werden die neuen Stars noch einmal bei der Media Night präsentiert, in Kooperation mit dem Medienboard Berlin Brandenburg. "Und die ganze Branche tobt und wird sie feiern", so Tornow.

Insgesamt 81 Messingsterne sind jetzt auf dem Boulevard der Stars eingelassen. Doch noch sind letzte Reinigungsarbeiten im Gange. Sterne und Kameras waren zerkratzt. Schon seit vier Wochen werden Kaugummis und Kerzenwachs entfernt. Auch Schmierereien müssen beseitigt werden. Etwa 35.000 Euro koste die gründliche Reinigung, so Tornow. "Und zur Eröffnung sieht alles wieder pico bello aus." Doch sie ärgert sich, dass der Boulevard immer wieder verunstaltet wird. Ein kleiner Stern von Michael Bully Herbig sei plötzlich verschwunden und musste ersetzt werden. Ständig kontrollieren könne man nicht, sagt Tornow. Sie setzt darauf, dass die Fans und Besucher des Boulevards mutig genug sind und diejenigen ermahnen, die die Strecke beschädigen.

Die gemeinnützige GmbH Boulevard der Stars steckt in finanziellen Schwierigkeiten. 2011 konnte sie die Erweiterung des Boulevards noch selbst finanzieren. Den diesjährigen Ausbau des Boulevards hat komplett die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bezahlt. Rund 200.000 Euro habe er gekostet, sagte Claudia Reich-Schilcher vom Referat Baukultur. Die Kosten für einen Messingstern liegen zwischen 850 und 1000 Euro.

Eigentlich Tramstrecke geplant

Die Senatsverwaltung war es auch, die vor Jahren die Anregung für den Boulevard gab. Der Mittelstreifen der Potsdamer Straße war eigentlich als Straßenbahnstrecke reserviert. Doch dieses Vorhaben verschob sich immer wieder. "Die Strecke verkam, und sie sollte aufgewertet werden", sagte Reich-Schilcher. Da kam die Idee mit dem Boulevard gerade recht. Er entstand nach dem Vorbild des berühmten Walk of Fame in Los Angeles. Im Februar 2010 wurde der erste Stern am Potsdamer Platz gelegt – der von Marlene Dietrich. Im gleichen Jahr und 2011 folgten insgesamt weitere 60 Sterne. "Damit ist eine enorme kulturelle Aufwertung am Potsdamer Platz gelungen", so Reich-Schilcher.

Doch wenn eines Tages die Straßenbahn kommt, müssen die Sterne weichen. Jetzt würden die Varianten für den Verlauf der Trasse untersucht und die geeigneten Orte für Haltestellen, sagte Reich-Schilcher. Mit einer Entscheidung sei nicht vor dem Jahr 2018 zu rechnen.

Geschäftsführerin Tornow macht sich darüber wenig Sorgen. Sie sucht nach weiteren Sponsoren und Gesellschaftern für die Boulevard der Stars gGmbH, um das Projekt fortsetzen zu können. Auch ein Bodenbelag, der haltbarer ist, wird gesucht. Er soll frostbeständig, gut zu reinigen und rutschfest sein. Die eingesetzten Materialien hätten nicht das gehalten, was sie versprechen, sagte Tornow. "Der Boulevard der Stars ist noch ein junges Denkmal", sagt die Geschäftsführerin. "Er wird wachsen."

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