Bad Neuendorf

Totes Baby – Nachbarn der 28-Jährigen ratlos

In Bad Neuendorf (Brandenburg) soll Susanne M. ihr Neugeborenes in einer Plastiktüte erstickt haben. Nachbarn und Kollegen sprechen von "stabilen Lebensverhältnissen" und können sich die Tat nicht erklären. Gegen die mutmaßliche Täterin wird wegen Totschlags ermittelt.

Foto: Steffen Pletl

Im Fall des toten Babys in Hohen Neuendorf (Oberhavel) hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Totschlags gegen die 28 Jahre alte Mutter fortgesetzt. Es müssten noch viele Punkte geklärt werden, sagte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Neuruppin, Andreas Pelzer, am Mittwoch. Einzelheiten wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Bekannt ist bislang, dass Susanne G. am vergangenen Freitag wegen starker Unterleibsschmerzen in eine Klinik eingeliefert worden ist. Der Arzt vermutete eine gerade erfolgte Schwangerschaft, die die 28-Jährige jedoch leugnete. Als die alarmierte Polizei sie befragte, gestand sie, ein Mädchen geboren zu haben. Sie habe das Neugeborene in einer Plastiktüte auf dem elterlichen Grundstuck abgelegt, soll sie gesagt haben. Wenig später wurde der kleine Leichnam dann entdeckt.

In der Tüte erstickt

Die erste Obduktion ergab, dass das voll entwickelte Kind lebensfähig war und in der Tüte erstickte. Wann genau die Geburt erfolgte und wie lange das Kind lebte, wollte Staatsanwalt Pelzer unter Hinweis auf laufende Befragungen nicht sagen. Das endgültige Ergebnis der Obduktion müsse abgewartet werden und das könne einige Zeit dauern, so Pelzer. Da keine Fluchtgefahr besteht, wurde der Haftbefehl gegen die Mutter außer Vollzug gesetzt. Allerdings muss sie sich dreimal in der Woche bei der Polizei melden. Was sie zu der schrecklichen Tat trieb, ist bislang ungewiss.

Nachbarn und Bekannte in Hohen Neuendorf sind schockiert. Kaum einer kann sich erklären, warum Susanne G. ihr Neugeborenes erstickt haben soll. „Sie muss wohl in argen Nöten gewesen sein“, vermutet ein Nachbar. Die Lebensverhältnisse der bislang unbescholtenen Frau werden als stabil eingeschätzt. Sie lebt mit ihren beiden Kindern – einem fünfjährigen Mädchen sowie einem neun Jahre altem Jungen – in der Einliegerwohnung des elterlichen Wohnhauses im Stadtteil Borgsdorf. Auch diese Kinder soll sie bereits zu Hause entbunden haben. Die Frau arbeitete in einer McDonald's-Filiale in Glienicke, nördlich von Berlin. Dort wollen die Kollegen nichts von einer Schwangerschaft gewusst haben.