Hauptstadt-Marketing

Chef von Berlin Partner legt sein Amt nieder

Der Geschäftsführer der Hauptstadt-Marketingagentur Berlin Partner, René Gurka, legt sein Amt nach der öffentlichen Debatte um persönliche und organisatorische Verfehlungen nieder.

Foto: Amin Akhtar / Berlin Partner GmbH

Nach neuen Vorwürfen hat der umstrittene Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner, René Gurka, am Freitag seinen Rücktritt erklärt. Er werde zum 14. Oktober 2011 sein Amt niederlegen, kündigte er per Pressemitteilung am Nachmittag an. Mit dem Schritt wolle er Schaden von Berlin Partner abwenden und übernehme die Verantwortung für Fehler, die er gemacht habe.

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Vorwürfe gegen Gurkas Geschäftsführung gegeben. So soll der 39 Jahre alte Manager Vorschriften der Vergabe- und Vertragsordnung nicht eingehalten haben. Die durch interne Gutachten bestätigten Verfehlungen hatten den Aufsichtsrat von Berlin Partner bereits Ende August zu der Entscheidung bewegt, Gurka einen zweiten Geschäftsführer, der sich speziell um die Finanzen des Unternehmens kümmern soll, zur Seite zu stellen.

Doch daraus wird nun nichts. Das angelaufene Bewerberverfahren für die geplante zweite Geschäftsführerposition soll nun dafür genutzt werden, um kurzfristig einen neuen Chef für Berlin Partner zu finden, heißt es in einer Erklärung des Aufsichtratschef von Berlin Partner, Peter Zühlsdorff. Gurka war im April 2007 für fünf Jahre zum Geschäftführer von Berlin Partner bestellt worden. Die von den Kammern und einer Holding getragene Gesellschaft, die derzeit 130 Mitarbeiter hat, soll sich vor allem um Firmenansiedlungen in der Stadt bemühen und Berlin als Wirtschaftsstandort international bekannt machen. Der Senat unterstützt dieses Vorhaben aus Landesmitteln mit etwa acht Millionen Euro im Jahr. Der scheidende Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) war zeitweilig auch Aufsichtsratschef von Berlin Partner.

Gurka war zunächst in die Kritik geraten, als bekannt wurde, dass er Küchen- und Büromöbel im Wert von etwa 140.000 Euro ohne Ausschreibung bestellte. Die Kontrolle durch Wirtschaftsprüfer ergab vergaberechtliche Mängel und Widersprüche, der Vorwurf der persönlichen Bereicherung bestätigte sich damals jedoch nicht.

Nun sind jedoch neue Vorwürfe laut geworden. Danach soll Gurka auch den Auftrag zum 180.000 Euro teuren Umbau der Geschäftsräume von Berlin Partner im Ludwig-Erhard-Haus nicht ausgeschrieben haben. Stattdessen soll der lukrative Auftrag an zwei Ingenieure gegangen sein, von denen einer bereits schon einmal durch eine Direktvergabe begünstigt worden war. Wegen der Verwendung von Steuermitteln ist Berlin Partner eigentlich zur Ausschreibung von Aufträgen dieser Größenordnung verpflichtet. Damit soll gesichert werden, dass der kostengünstigste Anbieter zum Zuge kommt und Steuergeld nicht verschwendet wird.

Aufsichtratschef Zühlsdorff zeigte sich erleichtert, dass Gurka nun selbst Konsequenzen zieht und freiwillig auf seinen gut dotierten Job verzichtet. Es zeuge von menschlicher Größe, dass René Gurka die angespannte Situation im Sinne der Mitarbeiter und Berlin Partner durch seinen Rücktritt löse, so Zühlsdorff. Die geplante Sondersitzung des Kontrollgremiums in den nächsten Tagen soll nun dafür genutzt werden, schnell einen Nachfolger für Gurka zu finden.