"Winterwelt"-Eröffnung

Am Potsdamer Platz wird wieder gerodelt

Seit Sonnabend können Winterfreunde in der „Winterwelt" auf dem Potsdamer Platz Schlittschuh laufen, rodeln und Eisstock schießen – und das alles bei Außentemperaturen von 16 Grad.

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Während die Temperaturen in Berlin auf bis zu 16 Grad klettern, die Straßen mit bunten Blättern bedeckt sind und sich der Spätherbst von seiner schönsten Seite zeigt, türmen sich am Potsdamer Platz bereits die Schneeberge. Seit Sonnabend können dort Winterfreunde rodeln, Schlittschuh laufen und Eisstock schießen. Ein riesiger Plastik-Schneemann empfängt die Winterwelt-Besucher an der Rodelbahn, es riecht nach frisch gebrannten Mandeln und Bratwurst, Menschen trinken Glühwein – als könnten sie den Winter kaum abwarten.

Lust auf Lebkuchen

So wie Gitta (55) und Bernd Peukert (55) aus Schwedt. „Wir freuen uns das ganze Jahr auf Weihnachten und den Winter, es ist die schönste und stimmungsvollste Zeit des Jahres“, sagen sie. Deshalb ist für das Ehepaar kein Wintermarkt zu früh. „Wir haben auch schon lange Lebkuchen und Spekulatius im Schrank.“ Sie freuen sich auch über die kleinen Tannenbäume auf dem Platz. Nur auf Weihnachtslieder müssen sie noch warten. Statt „O Tannenbaum“ spielt eine österreichische Blaskapelle Marschmusik.

Von winterlicher Stimmung spürt Elvira Meier (61) aus Pankow hingegen noch nichts. Sie ist mit ihrem Enkelkind Jesko (5) unterwegs, der eine Runde auf einem kleinen Kettenkarussell dreht. „Wenn das Laub auf den Straßen nicht wäre, hätte ich Frühlingsgefühle“, sagt sie. Es sei viel zu warm, um an den Winter oder gar an Weihnachten zu denken. Das findet auch Jesko – und möchte ein Eis haben. Die 12 Meter hohe und über 70 Meter lange Rodelbahn begutachtet er eher skeptisch. Mutiger ist der sechsjährige Arthur Mai. Er ist nach der Eiskunstlauf-Legende Norbert Schramm einer der Ersten, die die Piste einrodeln. Selbstbewusst erklimmt er die Plattform, schwingt sich auf ein Snowtube – einen modernen Schlitten – und rodelt den Hang hinab. „Das hat Spaß gemacht“, sagt er unten. „Es war irre schnell.“ Die Leihgebühr für das Snowtube beträgt 1,50 Euro.

Weihnachtsmarkt offnet am 21. November

Auch am Marlene-Dietrich-Platz ist es bereits richtig winterlich. Schon kurz nach der Eröffnung ist die Eisbahn gut besucht. Martin Sperling (28) aus Pankow dreht mit seiner fünfjährigen Tochter Joy an der Hand ein paar Runden. „Schlittschuh laufen ist auch ohne Kälte und Schnee schön“, sagt er. Die Schlitterpartien auf der Bahn sind kostenlos, wer keine Schlittschuhe besitzt, kann ein Paar für 2,50 Euro für 90 Minuten ausleihen.

Doch ganz hartgesottene Weihnachtsfans müssen sich noch gedulden. Der Winterwelt-Weihnachtsmarkt öffnet erst am 21. November. Dann wird es auch Bratäpfel und Zimtsterne geben – statt der Kartoffelpuffer, Fischbrötchen und Crêpes, die bis dahin angeboten werden. Die Winterwelt hat bis zum 1. Januar täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter www.winterwelt-berlin.de .