Tiergarten-Alternative

Wohin Grillfreunde nun ausweichen sollen

Das Grillverbot im Berliner Tiergarten soll ab Januar gelten. Der Bezirk Mitte schlägt als Alternative das Tempelhofer Feld vor. Die Kritiker schlagen hingegen ein "Grillkarten"-Modell vor, mit dem sich die Brutzel-Freunde an den Kosten beteiligen würden.

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Statt wie bisher im Großen Tiergarten könnten viele Berliner im kommenden Jahr ihren Grill auf dem Tempelhofer Feld aufbauen. Diese Alternative haben jedenfalls Vertreter von SPD und CDU im Bezirk Mitte vorgeschlagen. In der vergangenen Woche hatten sie sich auf ein absolutes Grillverbot im Tiergarten geeinigt. Carsten Spallek (CDU), Ordnungsstadtrat in Mitte, betonte, dass sich das Tempelhofer Feld gut eigne. Dort seien von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bereits mehrere Grillzonen ausgewiesen worden. „Diese Grünfläche ist viel besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen als der Tiergarten“, so Spallek.

Der CDU-Politiker begründete das geplante Grillverbot damit, dass es sich beim Tiergarten sowohl um eine geschützte Grünanlage als auch um ein Gartendenkmal handelt. Zudem werde viel Geld gespart, das an anderer Stelle, etwa für Bildung und Jugendeinrichtungen, ausgegeben werden könne. Laut Spallek hätte der ohnehin hoch verschuldete Bezirk bislang jährlich mehr als 300.000 Euro für die Müllbeseitigung im Tiergarten ausgeben müssen. „Da halfen alle Aufforderungen zu einem rücksichtsvollen Umgang mit der Grünanlage nichts.“ Der Ordnungsstadtrat geht davon aus, dass sich diese Kosten durch ein Grillverbot um rund 70 Prozent reduzieren lassen. Die Junge Union hat indes vorgeschlagen, die Griller mit einem „Grillkarten“-Modell an den Kosten zu beteiligen. Ihr Vorsitzender Conrad Clemens sagte: „Nach dem Vorbild von Anglern sollten auch Griller für eine Erlaubnis etwas zahlen und so einen Teil der Last tragen. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Grillkarten sollten an das Bezirksamt gehen.“

Matthias Gille, Sprecher von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), sagte, dass es derzeit keinen Sinn habe, über Kompensationsflächen zu spekulieren: „Noch ist unklar, ob das Grillverbot überhaupt verabschiedet wird.“ Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD) und Ordnungsstadtrat Spallek betonten jedoch, dass SPD und CDU eine eigene Mehrheit in der neuen BVV haben und das Grillverbot zum 1. Januar 2012 umsetzen werden.