Christopher Street Day

Klaus Wowereit predigt zum CSD-Auftakt

Die schwul-lesbische Parade findet in Berlin zum 33. Mal statt. Beim Umzug wollen am Wochenende 500.000 Menschen teilnehmen. Den Auftakt macht der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit mit einer Predigt.

Sie wird schrill, wild und farbenprächtig, die schwul-lesbische Parade beim 33. Christopher Street Day. Mehr als 500.000 Menschen wollen beim Umzug am Sonnabend feiern, demonstrieren, zuschauen und gesehen werden. Sie kommen aus Berlin, aus ganz Deutschland, Europa und aus Übersee. Und Berlin profitiert in großem Umfang von dem weltbekannten Spektakel. Denn die CSD-Teilnehmer lassen viel Geld in den Clubs, Hotels und Restaurants, in Geschäften und auf Partys. Im Vorjahr gab es in der Stadt einen Gesamtumsatz von fast 280 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Christopher Street Day.

Eröffnung mit Anzugträgern

Start der Parade ist um 12.30 Uhr am Kranzler-Eck. Die Eröffnung wird ein politisches Schaulaufen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kommt, außerdem haben sich die die Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl, Renate Künast (Grüne), Frank Henkel (CDU) und Christoph Meyer (FDP) angesagt, sowie der Landesvorsitzende der Linken, Klaus Lederer. Zur Eröffnung spricht Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union.

Das diesjährige Motto des Umzugs heißt „Fairplay für Vielfalt“ – mit Blick auf die Frauenfußball-WM, die am Tag nach der Parade beginnt. Eine der Forderungen der Demonstranten lautet: sexuelle Vielfalt im Sport akzeptieren und fördern.

Auch bei der jüngsten Anhörung des Bundestags-Sportausschusses zum Thema „Homosexualität im Sport“ ist die immer noch anhaltende Tabuisierung kritisiert worden. „Anders als in anderen gesellschaftlichen Bereichen herrscht im Sport kein offener und entspannter Umgang mit Homosexualität“, sagte die Kulturwissenschaftlerin Tatjana Eggeling. Lesben und Schwule müssten ihre sexuelle Orientierung verstecken, sagt sie.

Programm unter sportlichem Motto

Die Route der CSD-Parade führt wie im Vorjahr vom Kurfürstendamm über Wittenbergplatz, Lützowplatz, Klingelhöferstraße, Hofjägerallee, Großer Stern bis zum Brandenburger Tor. Über die Parade-Strecke rollen 53 Wagen. Die ersten kommen etwa um 16.30 Uhr am Brandenburger Tor an.

Das Finale wird um 17.30 Uhr vom Berliner CSD-Vorstand Jan Salloch und von Klaus Wowereit eröffnet. Die Teilnehmer gedenken den Opfern der Verfolgung von Homosexuellen. Dabei wird der Preis für Zivilcourage verliehen. DFB-Präsident Theo Zwanziger hält die Laudatio auf die ehemalige Profifußballspielerin Tanja Walther-Ahrens. Der zweite Zivilcouragepreis geht gemeinschaftlich an die „Federation of Gay Games“ und die „Gay and Lesbian International Sport Association“. Zum CSD-Finale wird auf der Straße des 17.Juni eine Sportarena aufgebaut, mit Soccer Court, Streetball, einem XXL-Kicker mit 16 Handgriffen, dazu Infostände und Aktionsflächen. Der Berliner Fußballverband ist Sponsor der Arena.

Auch die evangelische Kirche bringt sich ein. Zum CSD-Gottesdienst am Freitag, 18 Uhr, lädt der Kirchenkreis Stadtmitte in die St.Marien-Kirche an der Karl-Liebknechtstraße 8 ein. Neben Superintendent Bertold Höcker wird auch Klaus Wowereit in diesem Gottesdienst predigen. Der Geistliche wird über Identitätsfindung und Verantwortung von Schwulen und Lesben sprechen.

Viele Partys umrahmen den Christopher Street Day. Auftakt ist am heutigen Freitag, 23 Uhr, im „Tresor“ an der Köpenicker Straße 70 in Kreuzberg. Die letzte Party findet am Sonnabend ab 23 Uhr im „Weekend Club“, Alexanderstraße 7, in Mitte statt.

Straßen gesperrt, Busse umgeleitet

In der City West müssen Autofahrer am Sonnabend mit umfangreichen Verkehrsbehinderungen rechnen. Etwa zwischen 12 und 17 Uhr sind die Streckenabschnitte der Parade und die angrenzenden Straßen betroffen. Der Kurfürstendamm ist ab 10.30 Uhr zwischen Joachimstaler und Uhlandstraße gesperrt. Von 24. Juni, 3 Uhr, bis 26. Juni, 12 Uhr, ist die Ebertstraße in Richtung Scheidemannstraße zwischen Behrenstraße und Scheidemannstraße gesperrt. Der Abschnitt ist in der Gegenrichtung vom 24. Juni, 14 Uhr, bis 26. Juni, 6 Uhr, gesperrt. In dieser Zeit ist auch die Straße des 17. Juni zwischen Yitzhak-Rabin-Straße und Brandenburger Tor nicht befahrbar.

In der City-West kommen auch die Fahrgäste der BVG-Busse nicht ungehindert ans Ziel. Die Busse werden am Sonnabend ab 12 Uhr umgeleitet oder eingestellt. Betroffen sind die Linien M29, M19, M41, M46, M85, 100, 106, 109, 110, 187, 200, 204 und 249. Von Freitag, 13 Uhr, bis Sonntag, 15 Uhr, wird wegen der Abschlussveranstaltung am Brandenburger Tor die Omnibuslinie 85 umgeleitet.