Verkehrsminister

Ramsauer kritisiert Deutsche Bahn scharf

Nach den angekündigten Zugausfällen auf der Strecke Berlin-München hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer die Deutsche Bahn scharf kritisiert. Er nannte die Ausfälle "mehr als ärgerlich". Gleichzeitig kündigte Ramsauer an, das Schienennetz massiv ausbauen zu wollen.

Foto: ddp / ddp/DDP

Jeder zweite ICE von Berlin nach München soll ausfallen: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Deutsche Bahn dafür scharf kritisiert. Für viele Reisende sei das gerade in der Weihnachtszeit „mehr als ärgerlich“, sagte Ramsauer der „Süddeutschen Zeitung“. Für die Hersteller des ICE seien die Ausfälle ein „Armutszeugnis". Der ICE wird unter anderem von den Konzernen Siemens und Bombardier gebaut.

Auf der ICE-Strecke zwischen beiden Städten will die Bahn nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen nur die Hälfte der fahrplanmäßig üblichen Züge einsetzen. Als Grund für die Maßnahme nannte ein Unternehmenssprecher „Witterungseinflüsse“ auf Triebzüge. Bahnreisende zwischen München und Berlin müssen sich voraussichtlich noch bis Sonntag auf volle Waggons und Verzögerungen einstellen.

Reservierungen für ausgefallene ICE verfallen, das Geld könne sich der Kunde erstatten lassen. Bei Zugbindung mit Sparpreis-Tickets könnten die Fahrgäste auf den Zug davor der den danach ausweichen. Wer die ganze Strecke von Berlin nach München fahren wolle, könne auch über Fulda fahren und dort umsteigen.

Außerdem kündigte Ramsauer in der "Süddeutschen Zeitung" an, dass die Bundesregierung das Schienennetz massiv ausbauen will. Straßen allein könnten den erwarteten gewaltigen Verkehrszuwachs nicht verkraften. Viele Bahnstrecken müssten deshalb erweitert, andere Verbindungen neu gebaut werden. Allein der Güterverkehr in Deutschland wird nach Expertenangaben bis zur Mitte dieses Jahrhunderts um 50 Prozent zunehmen.

Ramsauer sagte, wenn ein Kollaps auf den Straßen vermieden werden solle, müsse dieser Zuwachs „möglichst vollständig auf die Schiene“ gebracht werden. Das werde viel Geld kosten und nicht ohne Widerstände vonstatten gehen. „Es schreien zwar alle nach mehr Schiene. Wenn es aber konkret wird, gibt es vor Ort genau die gleichen intensiven Widerstände wie beim Bau einer Autobahn oder eines Kraftwerks“, sagte der Minister.

Um eine Blockade wichtiger Projekte sowie Preisexplosionen zu verhindern, wolle er dennoch nicht weniger, sondern mehr Mitspracherechte der Bürger. „Wenn man die Menschen vor Ort an einen Tisch holt, erspart man sich Unmut, Prozesse und letztlich auch Kosten“, sagte er.

Um den Ausbau der Verkehrswege bezahlen zu können, setzt Ramsauer vor allem auf Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP), also die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft.

Reisende können sich im Internet unter www.bahn.de/aktuell o oder unter der Telfonnummer 0180 599 6633 darüber informieren, welche Züge fahren. Für die Reisetage ab Donnerstag (24.12.) stehen die Fahrpläne ab Mittwoch (23.12.) zur Verfügung.