Mai-Krawalle

Polizei am 1. Mai mit weniger Beamten als 2010

Am 1. Mai 2011 werden weniger Beamte eingesetzt als im Vorjahr. 2010 hatte es vor den erneut gewalttätigen Demonstrationen in Kreuzberg noch einen Rechtsextremisten-Aufmarsch in Prenzlauer Berg gegeben.

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Zwei Wochen vor dem 1. Mai und den befürchteten Krawallen sehen sich Berlins Ordnungshüter gut aufgestellt. Polizeipräsident Dieter Glietsch sagte, die Belastung der Polizei sei am Wochenende des 1. Mai in diesem Jahr etwas geringer als 2010. „Weil wir bisher keine Demonstrationsanmeldung der NPD haben und Links und Rechts nicht auseinanderhalten müssen, können wir mit weniger Kräften arbeiten als im vergangenen Jahr." Wie viele Polizisten an den beiden Tagen genau eingesetzt werden, teilte Glietsch nicht mit. Er sagte nur: „Wir sind personell so aufgestellt, dass wir die Lage am 30. April und 1. Mai beherrschen können.“

Im vergangenen Jahr waren knapp 7400 Polizisten aus Berlin, anderen Bundesländern und von der Bundespolizei im Einsatz. In früheren Jahren, als es keine NPD-Demonstration in der Hauptstadt gab, waren es etwa 5000 Polizisten. Mit einer ähnlichen Stärke könnte die Polizei auch in diesem Jahr planen.

2010 waren die alljährlichen Mai-Krawalle etwas weniger heftig abgelaufen als im schwierigen Vorjahr 2009. Knapp 100 Polizisten wurden durch Stein- und Flaschenwürfe verletzt. Mehr als hundert Randalierer wurden nachts in Kreuzberg festgenommen, 286 Rechtsextreme im Zusammenhang mit einer nicht angemeldeten Demonstration auf dem Kurfürstendamm. Ein Jahr zuvor eskalierte die Gewalt heftiger, die Randalierer verletzten fast 500 Polizisten.

Für Aufsehen sorgten im vergangenen Jahr Videoaufnahmen eines Polizisten, der einen am Boden liegenden Demonstranten im Vorbeilaufen mit voller Wucht gegen den Kopf trat. Der Beamte war schnell gefunden, der Fall ist aber juristisch noch nicht abgeschlossen.