Benedikt XVI. in Berlin

Messe mit Papst gibt es nur mit Eintrittskarte

Papst Benedikt XVI. wird am Schloss Charlottenburg eine Messe mit 40.000 Gläubigen feiern. Allerdings müssen sich Interessenten für diesen Gottesdienst anmelden.

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Er predigt vor dem Schloss Charlottenburg und übernachtet in Neukölln: Wer Papst Benedikt XVI. (83) am 22. September in Berlin sehen will, kann sich ab Mai um eine Teilnahme bewerben. Denn zu der Predigt auf dem Ehrenhof des Schlosses Charlottenburg werden nur rund 40.000 Menschen zugelassen.

Die Messe bietet die einzige Gelegenheit Benedikt XVI. zu sehen, denn eine längere Fahrt des Kirchenoberhaupts im Papa-Mobil ist nicht geplant. Die Kirche erwartet auch Besucher aus dem restlichen Bundesgebiet sowie aus Polen. Dabei soll die Messe nicht nur ein Glaubenstreffen sein. Benedikt XVI. will auch Impulse für die Wertedebatte geben.

Allerdings ist es nicht möglich, die Predigt spontan zu besuchen. Im Vorfeld des Gottesdienstes ist eine Anmeldung notwendig. Die Karten für die Papst-Messe sind ab dem 16. Mai in jeder katholischen Pfarrgemeinde oder unter der Internetadresse www.papst-in-deutschland.de erhältlich. Sie sind kostenlos. „Wir nehmen jeden Kartenwunsch auf, es geht nicht um den zeitlichen Eingang der Bestellung“, sagte Stefan Förner (36), Sprecher des Erzbistums Berlin, dazu. Erst anschließend werde über die Vergabe der Karten entschieden. Durch die Bestellungen könne abgeschätzt werden, wie viele Menschen kommen wollen, sagte Förner. Sollten es mehr als 40.000 sein, könnte der Platz erweitert werden – theoretisch in alle Richtungen, bis zum Ernst-Reuter-Platz, auch in die Schloßstraße. Einen Plan B für einen anderen Ort gebe es nicht. Vorbehalt: Die letzte Bestätigung aus Rom für das Schloss sei noch nicht da.

Neben dem Schloss Charlottenburg war in den vergangenen Wochen auch das Olympiastadion für die Papst-Messe im Gespräch. Dort hatte Papst Johannes Paul II. vor 15 Jahren mit rund 74.000 Gläubigen gebetet. Nach mehreren Vorbesichtigungen habe sich die Kirche jedoch für den Vorplatz der Hohenzollernresidenz entschieden. Dort könnte der Gottesdienst auch auf Videowänden übertragen werden, erklärte Weihbischof Heinrich. 1990 fand dort bereits die Eröffnung und der „Abend der Begegnung“ des 90. Deutschen Katholikentages statt.

Mittlerweile steht auch fest, wo der Papst übernachtet: in der Apostolischen Nuntiatur an der Neuköllner Lilienthalstraße. Das Gebäude ist die Botschaft des Vatikans. Neben der Predigt stehen weitere Termine für Benedikt XVI. in Berlin auf dem Programm. So trifft er sich mit Bundespräsident Christian Wulff und mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Außerdem hält er eine Rede vor dem Bundestag und kommt mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland zusammen. Trotzdem weilt der Papst nur kurz in Berlin: Er landet am 22. September um 10.30 Uhr in Tegel und reist schon am nächsten Tag weiter: zuerst nach Erfurt, anschließend zum Eichsfeld sowie nach Freiburg. Am 25. September beendet der Papst seine Deutschland-Reise. Diese steht unter dem Motto „Wo Gott ist, da ist Zukunft“.

Doch wird Benedikt XVI. in Berlin nicht nur freudig erwartet: Papstgegner haben eine Demonstration angekündigt – ebenfalls für den 22.September. Sie wollen gegen die „menschenfeindliche“ Sexualpolitik des Papstes protestieren. Dies gab der Lesben- und Schwulenverband bekannt. Dabei könnte die Dimension der Proteste größer sein als die Papst-Messe. Für 50.000 Teilnehmer ist eine Demonstration angemeldet worden – vom Nollendorfplatz zum Brandenburger Tor.