Führungswechsel

Manfred Voit zum neuen ADAC-Chef gewählt

Der bisherige Schatzmeister Manfred Voit wurde mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden des ADAC Berlin-Brandenburg gewählt. Der 60-Jährige ist bereits seit 1969 Mitglied des Automobilclubs.

Foto: ADAC Berlin-Brandenburg

Manfred Voit, Diplom-Kaufmann und Direktor bei der Berliner Bank, ist neuer Vorsitzender des ADAC Berlin-Brandenburg. Der bisherige Schatzmeister wurde auf einer Mitgliederversammlung am Sonnabend in das höchste Ehrenamt des Regionalclubs gewählt. Der Automobilclub benötigte einen Nachfolger, weil Walter Müller sein Ehrenamt als Vorstandsvorsitzender im Februar niedergelegt hatte. Begründung: Der 62-Jährige wollte sich auf seine Arbeit als Mercedes-Niederlassungsleiter Berlin konzentrieren. Der Autobauer hatte den Vertrag des Managers gerade verlängert.

Manfred Voit ist 60 Jahre alt und bereits seit 1969 ADAC-Mitglied. Seit 2002 kümmerte sich der gebürtige Bayer, der seit 30 Jahren in Berlin lebt, als Schatzmeister um die Finanzen des Regionalclubs. Diese Aufgabe hat nun Sascha Leipold übernommen. Der 31 Jahre alte Bankkaufmann ist beruflich auf dem Gebiet der Anlageberatung tätig und beginnt im kommenden Monat bei der Weberbank in Berlin.

Auch Verkehrs-Vorstand neu besetzt

Weil seit Anfang März Dorette König als neue hauptamtliche Geschäftsführerin des Automobilclubs wirkt, musste noch ein weiteres Vorstandsmitglied neu gewählt werden. Volker Krane (46), der in Neuruppin als Anwalt tätig ist, wird sich als Vorstandsmitglied künftig um den Bereich Verkehr kümmern. Der Verkehrs-Vorstand vertritt den Regionalclub normalerweise vor allem in der Öffentlichkeit in wichtigen Fragen der Verkehrspolitik. Schon längst versteht sich der Club nicht mehr nur als Lobbyorganisation der Autofahrer. Gerade im Wahljahr will er sich verstärkt zu Wort melden und auch das Regionen-Gefühl zwischen Berlin und Brandenburg stärken, denn die Unterschiede in der Mobilität seien noch viel zu groß. „Uns geht es um eine leistungsfähige Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer“, sagt ADAC-Sprecher Carsten Zorger. Dazu gehöre auch der Weiterbau der A100, weil dadurch der Verkehr, auch der Schwerlastverkehr gebündelt werde und die Nebenstraßen in den Wohngebieten entlastet würden. Auch gegen den Ausbau des Radfahrens in der verdichteten Berliner Innenstadt, wie es die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung propagiert, hat der ADAC keine Einwände. Der Platz dafür sollte allerdings auf den Hauptverkehrsstraßen nicht zu Lasten von Bussen oder Autos gehen, findet Zorger: „Warum nicht mehr Beispiele bauen wie mit der Bundesallee und der parallel verlaufenden Prinzregentenstraße, die als Fahrradstraße umgebaut wurde? So haben Autofahrer und Radfahrer weniger Konflikte, beispielsweise beim Abbiegen, miteinander.“ Auch um mehr Park-und-Ride-Plätze im Umland will sich der ADAC kümmern

Im 20. Jahr nach der Wiedergründung des ADAC Berlin-Brandenburg im November 1990 ist der Club weiter gewachsen. Zum Ende des vergangenen Jahres zählte er 1,18 Millionen Mitglieder. Das waren 33.077 mehr als im Vorjahr 2009, betonte der stellvertretende Vorsitzende Dieter Paris in seinem Bericht an die Mitglieder, die sich im Dorint Hotel Potsdam versammelt hatten. Um noch mehr Menschen anzusprechen, sei der ADAC in Neuruppin, Cottbus und Frankfurt (Oder) umgezogen und habe moderne Kunden-Center in besseren City-Lagen eröffnet. Nicht zuletzt die gestiegenen Umsätze im Reisebereich belegten, dass der ADAC Berlin-Brandenburg mit diesen Entscheidungen auf dem richtigen Weg sei.

14 Prozent mehr Pannenhilfe

Zu den „herausragenden Ergebnissen“ des Jahres 2010 zählen für den ADAC auch die Einsätze der Gelben Engel. Im Vergleich zu 2009 haben sie rund 14 Prozent mehr Pannenhilfe geleistet. Die oft lebensrettenden Einsätze der vier in Berlin und Brandenburg stationierten ADAC-Rettungshubschrauber gehörten auch 2010 mit ihren Starts im Bundesvergleich zu den Spitzenfliegern.