Kriminalität

Rechte und Linke prügeln sich - wieder in Treptow

Erneut hat sich ein Zwischenfall vor einer Neonazi-Kneipe in Berlin-Treptow ereignet. Flaschen flogen gegen die Hausfassade. Danach kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Linken und Rechten. Die Polizei nahm zwei Personen fest. Vor wenigen Wochen hatten Unbekannte Molotowcocktails auf das Lokal geworfen.

In Berlin-Treptow ist es am Donnerstagabend zu einer Auseinandersetzung zwischen Links- und Rechtsextremisten gekommen. Die Polizei nahm zwei Männer vorläufig fest, einer von ihnen wurde leicht verletzt.

Eine Gruppe von 20 bis 30 Linksextremisten hatte gegen 18.20 Uhr die Fassade der Gaststätte „Zum Henker“ in der Brückenstraße mit Flaschen beworfen. Eine Fensterscheibe aus Sicherheitsglas wurde nach Polizeiangaben beschädigt.

Als die Angreifer sich in Richtung S-Bahnhof Schöneweide entfernten, nahmen mehrere Lokalgäste die Verfolgung auf. Als einer der Verfolger auf einen Flüchtenden einschlug, griffen alarmierte Polizeibeamte ein und nahmen beide Männer fest.

Die Kontrahenten müssen mit Verfahren wegen Körperverletzung beziehungsweise schwerem Landsfriedensbruchs rechnen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

In der Nacht zum 4. Oktober hatte es bereits einen Überfall auf das Lokal gegeben. Ein Maskierter hatte Molotowcocktails auf das Lokal geworfen, in dem sich rund 40 Personen aufhielten, die überwiegend der rechten Szene zuzuordnen sind. Als diese Männer die Fahrzeuge der Angreifer aufhalten wollten, wurde ein 28-Jähriger überrollt und lebensgefährlich verletzt. Nach Angaben der Polizei gab es zudem mindestens zwei weitere Verletzte.

Mitglieder der rechten Szene vermuteten die Angreifer sofort in der linken Szene. Doch die Vorwürfe der Rechten – die aus der linken Szene heraus stets zurückgewiesen worden waren – haben sich bislang nicht bewahrheitet.

( mb/pol )