U-Bahnhof Hansaplatz

Jugendliche Schläger rauben Obdachlosen aus

Trotz schneller Festnahme der mutmaßlichen Schläger vom U-Bahnhof Lichtenberg gehen die brutalen Überfälle in Berlin weiter. Eine Gruppe schlug nun in Tiergarten einen Mann krankenhausreif und raubten ihm sein weniges Hab und Gut.

Erneut hat eine Gruppe Jugendlicher auf einem Berliner U-Bahnhof einen Mann zusammengeschlagen und schwer verletzt. Eine bis zu sechsköpfige Gruppe habe den 45-Jährigen am Sonntagabend gegen 20.20 Uhr am Hansaplatz in Berlin-Tiergarten zusammengeschlagen und beraubt, teilte die Polizei am Montag mit. Die Jugendlichen griffen das auf einer Bank sitzende Opfer, das dem Obdachlosenmilieu zuzurechen ist, an und schlugen ihm mehrmals mit den Fäusten ins Gesicht. Die Täter raubten ihm dann Zigaretten, Weinflaschen und zwei Schlafsäcke. Ein Passant alarmierte die Berliner Feuerwehr, die das Opfer in ein Krankenhaus brachte, wo bei dem 45-Jährige ein Nasenbeinbruch ambulant behandelt wurde. Ein Raubkommissariat hat die Ermittlungen übernommen.

Erst vor knapp zwei Wochen war ein 30-Jähriger auf dem U-Bahnhof Lichtenberg von vier Jugendlichen lebensgefährlich verletzt worden. Das Opfer Marcel R. liegt seither schwer verletzt im Koma. Sein Kollege Steffen O. hatte vor den Schlägern aus dem Bahnhof fliehen können. Auf der Straße stellte sich dann ein Mann, Mitglied des Rockerclubs Bandidos, den Jugendlichen in den Weg und vertrieb sie. Die vier Tatverdächtigen wurden nach der Veröffentlichung von Videoaufnahmen aus einer Überwachungskamera festgenommen. Ihnen wird „gemeinschaftlich begangener versuchter Raubmord in zwei Fällen“ vorgeworfen. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen des Vorfalls.

Die Festnahmen wirkten allerdings offensichtlich nicht auf alle Gewaltbereiten abschreckend. Bevor sich der Vorfall am Sonntag ereignete, waren bereits am Sonnabend gleich zwei Menschen in Berlin attackiert worden. In der Nacht zu Sonnabend griff eine Gruppe Jugendlicher einen 17 Jahre alten Berlin-Besucher im S-Bahnhof Landsberger Allee an. Die Täter schlugen und traten und beraubten das Opfer anschließend. Der Mann erlitt nach Polizeiangaben Prellungen im Gesicht und am Körper. Die Täter entkamen mit einer S-Bahn.

Am Sonnabend gegen 20.30 Uhr überfielen dann vier bis fünf Jugendliche einen 19-Jährigen in der Nähe des S-Bahnhofs in Gesundbrunnen. In der Grünanlage am Blochplatz hielt einer der Angreifer dem jungen Mann ein Messer an den Hals. Dann nahmen die Täter ihrem Opfer Geld und Handy ab und schlugen schließlich zu. Alle Räuber sollen dem Opfer ins Gesicht geschlagen haben, zudem verletzten sie den 19-Jährigen mit dem Messer am Bein, bevor sie flüchteten. Das Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch und eine Schnittverletzung.