3. Oktober

Einheitsfest am Brandenburger Tor startet

Rund um das Brandenburger Tor beginnt heute ein dreitägiges Volksfest anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit. Für die privat organisierte Feier sind große Teile der Ebertstraße, der Straße des 17. Juni und der Yitzhak-Rabin-Straße gesperrt.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Mit einem großen Volksfest begeht die Hauptstadt an diesem Wochenende den Tag der Deutschen Einheit. Die Festmeile erstreckt sich über 1,5 Kilometer entlang der Straße des 17. Juni bis zum Brandenburger Tor. Von Freitagmittag bis Sonntagabend erwarten die Veranstalter je nach Wetterlage mit 100.000 bis 300.000 Besuchern pro Tag, wobei Gäste vor allem den Zugang Pariser Platz nutzen sollen.

Auf drei Großleinwänden soll am 3. Oktober der Festakt zur Einheit live aus dem Bundestag übertragen werden. Nach Angaben einer Parlamentssprecherin wird auch der Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, zum Festakt erwartet. Vor dem Reichstag findet am Sonntag das Fest des Bundestagspräsidenten statt, es ist kostenlos und offen für alle Berliner und Touristen. Das Vorprogramm beginnt um 17.30 Uhr, das Hauptprogramm, bei dem auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie damalige und heutige Vertreter der anderen Verfassungsorgane zugegen sein werden, um 18.30 Uhr. Das Programm schließt mit der Nationalhymne und einem Feuerwerk ab.

Das Musikprogramm auf den drei großen Bühnen reicht von Klassik bis Rock. Fast 30 Bands, Chöre und Kapellen treten auf, darunter bekannte Künstler wie Wolfgang Niedecken, Urgestein der Kölner Musikszene und Frontmann der Rockband BAP. Zusammen mit der Big Band des WDR will er auf der größten Bühne am Brandenburger Tor für eine Welturaufführung sorgen. Mit dabei ist auch Petra Zieger. Die Sängerin, die ihre Karriere in den 80er-Jahren in der DDR begann und mit ihrem Song „Das Eis taut“ pünktlich zum Mauerfall einen Hit landete, ist auch nach 20 Jahren Einheit noch aktiv. Außerdem ist das Trio Rock'n'Soul um Songwriter Edo Zanki auf der Bühne zu Gast. Julia Neigel mit ihrem Stimmumfang über viereinhalb Oktaven singt seit Jahren die Songs des „Paten der deutschen Soulmusik“ und auch Ulla Meinecke ist mit ihm bekannt geworden.

DJs und Moderatoren des Berliner Radiosenders RTL 104.6 umrahmen mit ihrem Programm die Auftritte der Musiker aus ganz Deutschland. Es gibt Märkische Blasmusik aus Brandenburg und Rock aus Baden-Württemberg. Die Takelure, der älteste deutsche Lotsenchor ist aus Schleswig-Holstein angereist. Planet Blue, eine Multikulturelle Band der staatlichen Europaschulen spielt Musik aus aller Welt.

Rund 150 Händler aus ganz Deutschland bieten ihre Waren und gastronomischen Spezialitäten an. Die Festmeile ist am Freitag von 14 bis 23 Uhr, am Sonnabend von 10 bis 24 Uhr und am Sonntag von 10 bis 20 Uhr geöffnet. In der näheren Umgebung müssen Autofahrer mit Einschränkungen und Behinderungen rechnen.

Den Auftakt macht bereits am Sonnabend das Berliner Abgeordnetenhaus. Präsident Walter Momper (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) haben die ehemaligen Stadtkommandanten, die Berliner Ehrenbürger, die ehemaligen Regierenden Bürgermeister und Senatoren, Bürgerrechtler und aktive Politiker zu einem Festakt im Plenarsaal des Berliner Abgeordnetenhaus eingeladen. Dort wird Joachim Gauck eine Rede zur deutschen Einheit und zur Wiedervereinigung Berlins halten. Das politisch Pikante: Gauck, der gegen den CDU-Politiker Christian Wulff bei der Wahl für das Amt des Bundespräsidenten angetreten war und in der Bevölkerung aufgrund seiner Vita und seiner klaren Worte zur Freiheit als Bundespräsident der Herzen gilt, spricht damit einen Tag vor dem Staatsoberhaupt. Bundespräsident Wulff wird bei den offiziellen Feierlichkeiten zur deutschen Einheit, die dieses Jahr turnusgemäß in Bremen stattfinden, seine Grundsatzrede zur Integration halten.

Im Abgeordnetenhaus und im Berliner Senat verwies man als Grund für die Feier am 2. Oktober auf die Berliner Geschichte. In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober vor 20 Jahren hatten die Alliierten ihre Macht offiziell an die Berliner Landesregierung abgegeben.

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