S-Bahn-Panne

Chaos nach Stromausfall bei der Bahn

Ein 50-minütiger Stromausfall hat Samstag für Chaos im Berliner Bahnverkehr geführt. Der Betrieb auf der Ringbahn und der Stadtbahn musste weitgehend eingestellt werden.

Der Grund: Eine Verteileranlage war ausgefallen, so Bahn-Sprecher Holger Auferkamp - eine technische Störung im Bahnstromwerk am Markgrafendamm. Zu den genauen Ursachen konnte die Bahn zunächst keine Angaben machen; der Fehler wird noch gesucht.

Die Fahrgäste wurden durch Lautsprecherdurchsagen informiert. Auf den Bahnsteigen spielten sich Szenen ab wie zuletzt beim Lokführerstreik 2007: Von 11.45 bis 12.35 Uhr saßen Zehntausende Fahrgäste der S-Bahn auf den Bahnhöfen fest oder suchten sich andere Verkehrsmittel. Auch die Besucher der Parade zum Christopher Street Day mussten auf Busse und Bahnen der BVG ausweichen.

Lediglich auf einigen Außenästen des S-Bahn-Netzes und der Nord-Süd-Strecke fuhren nach Angaben der S-Bahn Berlin GmbH noch Züge: Dort wurden die Fahrgäste allerdings von Bauarbeiten überrascht. Weil am Nordbahnhof eine Weiche repariert werden musste, fuhren zwischen 6.20 und 14.20 Uhr die Züge nur eingeschränkt. Zwischen Nordbahnhof und Gesundbrunnen konnten die Linien S2 und S25 nur eingleisig und mit verlängerten Takten verkehren. Die Linie S1 fuhr im Norden nur zwischen den Stationen Oranienburg und Wollankstraße.

Betroffen von dem Stromausfall war auch die Regionalbahn. Weil der Ostbahnhof ebenfalls ohne Strom war, mussten die Züge der Linien RE2, RE7 und RE14 vorübergehend über Lichtenberg zum Bahnhof Gesundbrunnen umgeleitet werden. Die Störung hatte noch Stunden später Auswirkungen auf den Nah- und Regionalverkehr, wie die Bahn bestätigte. „Wir haben noch keine volle Stromleistung“, sagte am Nachmittag Bahn-Sprecher Auferkamp. Deshalb komme es immer noch vereinzelt zu Zugausfällen und Verspätungen.