Müll in Grünanlagen

Häftlinge helfen Berliner Bezirken bei Pflege der Parks

Allein aus dem Tiergarten wurden nach Ostern 15 Tonnen Müll geholt. Doch auch in anderen Grünanlagen sah es nicht viel besser aus. Es mangele an Geld und Personal, um die Anlagen schneller zu säubern, heißt es aus den Bezirken. Dabei gibt es eine ganz preiswerte Lösung, sagt die Justizverwaltung.

Nur vier der zwölf Berliner Bezirke lassen sich derzeit bei der Pflege von Grünanlagen und der Müllbeseitigung in Parks von Häftlingen helfen. Rund 120 sogenannte Freigänger aus Gefängnissen der Hauptstadt seien momentan in Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf und Lichtenberg-Hohenschönhausen im Einsatz, teilte die Justizverwaltung mit. Sie können von den Natur- und Grünflächenämtern zum Rasenmähen, Müllsammeln oder auf Friedhöfen eingesetzt werden.

Derzeit wird in Berlin darüber gestritten, wie die Hinterlassenschaft vom Grillen und Feiern in Parks und Grünanlagen in den Griff zu bekommen ist. Allein nach dem Osterwochenende musste das Bezirksamt Mitte aus dem Tiergarten 15 Tonnen Flaschen, Verpackungen und Kohlereste entsorgen. Befürchtet wird ein Dauerproblem in der Freiluftsaison – wie in den Vorjahren.

Die Arbeitstrupps kosteten die Bezirke nichts, sagte ein Sprecher. Die Hilfskräfte kommen aus den Anstalten des offenen Vollzugs in Düppel, Hakenfelde und Plötzensee. Die dort Inhaftierten können die Anstalt tagsüber für eine Arbeit verlassen, zum Schlafen müssen sie zurückkehren.

Allein aus der Justizvollzugsanstalt Hakenfelde arbeiten 100 Männer in Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf. „Mitte hat sich noch nicht gemeldet.“ Die Justizverwaltung wies darauf hin, dass die Bezirke ihren Hilfsbedarf anmelden könnten. „Man weiß doch, dass zum Beispiel am 1. Mai bei schönem Wetter viel los ist in den Grünanlagen. Da kann in den Anstalten rechtzeitig angefragt werden, ob es geeignete Gefangene zum Saubermachen gibt“, so der Sprecher.

Unterdessen will die CDU-Fraktion den Freiluft-Party-Müll bei der nächsten Sitzung des Abgeordnetenhauses zum Thema machen. Der Senat solle in einem Antrag aufgefordert werden, endlich tätig zu werden, sagte der parlamentarische Geschäftsführer Uwe Goetze. Es reiche nicht, auf die Verantwortung der Bezirke zu verweisen.

Berlin sollte eine Kurtaxe für das öffentliche Grillen einführen. „Im Tiergarten wären 7,50 Euro für einen Grill und 4 Euro für ein Picknick angemessen“, sagte Goetze. Das Geld sollte ein vom Bezirk beauftragter Sicherheitsdienst kassieren, der auch gleich Mülltüten austeilt und kontrolliert, dass diese in den Behältern landen.

Hotline Die Berliner Stadtreinigung ruft zu ihrer jährlichen Frühjahrsputz-Aktion auf und richtet eine „Dreckecken-Hotline“ ein. Unter der Telefonnummer 030-75925888 und auf der Homepage bsr.de können der BSR vom 20. bis 30. April verdreckte Ecken gemeldet werden. Das gilt nicht für Parks.

Kehr-Force Eine „Kehr-Force“, ein Einsatzkommando mit Besen, werde für „schnelle Sauberkeit“ sorgen, teilte die BSR gestern mit. Der „Putz-Status“ der verdreckten Orte kann im Internet verfolgt werden.