Bühne

Der Admiralspalast ist jetzt innen und außen wie neu

Als Falk Walter 2005 das marode Metropol-Theater übernahm, glaubte kaum jemand an eine erfolgreiche Wiederbelebung des alten Admiralspalastes. Doch nun sind die Restaurierungsarbeiten fast abgeschlossen, das Theater längst eine Top-Adresse unter Berlins Bühnen. Und Theater-Chef Walter hat bereits neue Pläne.

Foto: Amin Akhtar

Knapp zweieinhalb Jahre nach der festlichen Wiedereröffnung des Admiralspalastes in Berlins historischer Mitte, sind die Restaurierungsarbeiten fast abgeschlossen. Nachdem jetzt als letztes Mosaiksteinchen die prachtvolle Fassade der Rückfront des Gebäudes an der Planckstraße enthüllt wurde, fehlt nur noch die Fertigstellung der Wasserlandschaft auf dem Dach. „Anfang 2010 dürfte es so weit sein“, freut sich Falk Walter (43), der „Macher“ der Vergnügungsstätte am Bahnhof Friedrichstraße. „Dann kann wieder wie in den 20er-Jahren über den Dächern der Stadt geplanscht werden.“

Die Wiederbelebung des Admiralpalastes grenzt für viele Fachleute an ein Wunder. Kaum jemand hatte es Falk Walter und seinen vier Geschäftspartnern zugetraut, aus dem maroden Metropol-Theater einen neuen (alten) Treffpunkt für das Berliner und auswärtige Publikum zu zaubern. Waren doch nach der Wende schon zahlreiche vermeintliche Investoren am Wiederaufbau-Vorhaben gescheitert. Schließlich musste das halb verfallene Theatergebäude total saniert werden. Zudem musste ein schlüssiges Zukunftskonzept her, um Publikum anzulocken.

Brechts „Dreigroschenoper“

Als niemand mehr an eine Zukunft glaubte, übernahm 2005 Falk Walter mit seinen Partnern das seit Jahren geschlossene Metropol-Theater und legte los. Zwei Jahre später wurde die offizielle Wiedereröffnung des Admiralspalastes gefeiert. Die erste Aufführung von Brechts „Dreigroschenoper“ unter der Regie von Klaus Maria Brandauer fand im noch unfertigen Gebäude statt. Bei der Nachpremierenfeier trat der damals 103 Jahre alte Johannes Heesters mit einer Big-Band auf und schmetterte seine Erfolgstitel.

Ein gutes Omen für die Betreiber des Gebäudes. Von da ab wurde das denkmalgeschützte und kunsthistorische Kleinod nach und nach funktionsfähig restauriert. Neben dem großen Theatersaal mit 1750 Plätzen werden inzwischen auch wieder das Studio im 5. Stock des Hauses und die Spielstätte „101“ mit Darbietungen bespielt. Inzwischen ist der Gebäudekomplex mit mehr als 20000 Quadratmetern durch Investitionen von rund 15 Millionen Euro zu einem Schauplatz nationaler und internationaler Kunst und Kultur geworden.

Seit der Eröffnung zählte das Haus inzwischen mehr als eine halbe Million Besucher. Falk Walter: „Mit Gefühl für die Historie des Hauses haben wir eine Lösung zwischen Tradition und Moderne gesucht und gefunden.“ Neben den vielen positiven Momente gab es in diesem Jahr kurz vor der Berlinale einen unverschuldeten baulichen Rückschlag für die Betreiber. Eigentlich sollte zu dem Filmereignis Anfang Februar im Keller des Gebäudes der neue Admirals-Klub für 500 Besucher eröffnet werden. Doch kurz vor der Fertigstellung des Saals wurde ein Großteil der Inneneinrichtung durch eine ungewöhnliche Baupanne zerstört. Bei Fundamentarbeiten auf dem Nachbargrundstück der Friedrichstraße 100 wurden die Außenwände des Admiralspalastes von tonnenschweren Betonmassen eingedrückt (wir berichteten). Die Schadenshöhe liegt laut Falk Walter im sechsstelligen Bereich. Im Frühsommer soll nun der zweite Eröffnungsversuch gestartet werden: „Die Live-Club-Szene der Stadt wird so um ein Highlight erweitert“, freut sich der Betreiber.

Schmuckfassade Planckstraße

Besonders stolz ist Falk Walter auf die sanierte Fassade des Gebäudes an der Planckstraße. Für 900000 Euro (400000 Euro Zuschuss der Denkmalpflege) wurde von der Firma Potsdamer Sanierungsbau GmbH ein Schmuckstück „gezaubert“, sagen die Palast-Verantwortlichen. Mit Originalteilen und Repliken konnte die Fassade im Warenhausstil der Jahre um 1910 wieder hergestellt werden. Nach vorliegenden Unterlagen sollte hier eigentlich der Eingangsbereich für einen Eispalast sein. Doch dann entschied man sich anders: Unter dem Namen Admiralspalast wurde das Gebäude 1911 zu einer der führenden Vergnügungsstätten Berlins.

Außer der Eisarena verfügte das Haus über einen Bädertrakt im Seitengebäude, zur Friedrichstraße hin über Kegelbahnen, ein Lichtspieltheater und ein großes Café. Um Publikum anzulocken, wurde die Gebäudefront zur Friedrichstraße mit 5000 Glühbirnen bestückt.

Falk Walter und sein Team haben aus den ursprünglichen Überlegungen eine Synthese geschaffen. Als i-Tüpfelchen soll im Jahr 2010 das Bad eröffnet werden. „Auf drei Stockwerksebenen wird eine Wasserlandschaft entstehen.“

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