Verkehrskontrollen

Polizei stoppt Bus, der fast zerbrochen wäre

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Gerade erst hatte die Polizei bei einer groß angelegten Kontrollaktion auf der A113 jeden zweiten Bus und Lkw wegen Sicherheitsmängeln beanstanden müssen. Nun gab es einen neuen derartigen Fall. Polizisten stoppten einen russischen Bus, der in unglaublichem Zustand war, Fahrgäste drohten durch den Boden zu brechen. Schließlich musste die BVG helfen.

Weil die Mängel schon ins Auge sprangen, hat ein Funkstreifenwagen am Mittwoch gegen 15 Uhr in der Wexstraße in Wilmersdorf einen russischen Reisebus angehalten. Der Bus war ursprünglich auf dem Weg in die Innenstadt, um dort eine Reisegruppe aufzunehmen.

Die Beamten forderten die Spezialisten des Zentralen Verkehrsdienstes an. Die Überprüfung ergab, dass der 13 Jahre alte Bus insgesamt elf Mängel hatte. Unter Anderem war die Bremsanlage defekt, eine Bremsscheibe durchgerissen, Lenkungsteile schliffen schon an den Rädern und die Windschutzscheibe war mehrfach gerissen. Der Unterboden war so stark verrostet, dass die Fahrgäste beim Einsteigen Gefahr liefen, durchzubrechen. Motor und Getriebe verloren Öl. Der Reisebus wurde sichergestellt und zu einer Prüfstelle gebracht, wo er in den nächsten Tagen durch einen Sachverständigen begutachtet wird.

Die Reiseleiterin orderte einen Ersatzbus von einem Berliner Busunternehmen. Als dieser erschien, ergab sich das nächste Problem. Die 53-köpfige Reisegruppe hatte weit über 80 Gepäckstücke dabei, die nicht alle mit dem Ersatzbus befördert werden konnten. Bei einer technischen Überprüfung des 22 Jahre alten Berliner Reisebusses wurde klar, dass auch dieser Bus nicht eingesetzt werden konnte. Insgesamt wurden hier fünf Mängel festgestellt, die eine Personenbeförderung aus Sicherheitsgründen nicht zuließen. Unter anderen war ein Radbremszylinder defekt und Teile des Unterbodens durchgerostet.

Es musste erneut ein Ersatzbus herbeigeschafft werden – und dabei sollte die Reisegruppe um 3 Uhr in Rostock eine Fähre erreichen. Schließlich konnte die BVG kurzfristig einen geeigneten Doppeldecker-Reisebus zur Verfügung stellen, der erst die Passagiere einsammelte und anschließend das Gepäck aus dem sichergestellten Bus abholte.

Gegen den 49-jährigen russischen Busfahrer wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 800 Euro erhoben. Den Berliner Busfahrer (gleichzeitig Halter) erwarten ein Bußgeld in von 100 Euro und drei Punkte im Flensburger Zentralregister.

( BMO )