Privatfernsehen

TV-Station FAB beendet Sendebetrieb

Der private Berliner TV-Sender Fernsehen aus Berlin (FAB) hat seinen Sende- und Geschäftsbetrieb eingestellt. Das über das Berliner Kabelnetz ausgestrahlte Programm war schon am Mittwoch nicht mehr zu empfangen. Die Suche nach einem Investor war erfolglos geblieben.

Foto: ddp / DDP

Aus für den privaten Berliner TV-Sender Fernsehen aus Berlin (FAB). Er hat seinen Sende- und Geschäftsbetrieb eingestellt. Das über das Berliner Kabel ausgestrahlte Programm war schon am Mittwoch nicht mehr zu empfangen. Dieser Schritt sei notwendig geworden, weil sich nicht rechtzeitig ein Investor gefunden habe, teilte Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma mit. Das Insolvenzverfahren sei am selben Tag eröffnet worden.

Der Sender hatte im Januar Insolvenz beantragt. Seitdem führte Köhler-Ma den Betrieb mit allen 27 Mitarbeitern und fünf Auszubildenden fort. In „langen und komplizierten Verhandlungen“ sei nach einer tragfähigen Lösung gesucht worden, sagte Köhler-Ma. Es habe mehrere Interessenten gegeben. Zuletzt galt Eckart Ritter, Chef des mehrheitlich zur Gruner+Jahr AG gehörenden Unternehmens XX-Well.com, als Interessent. Allerdings habe man sich wohl nicht mit dem Hauseigentümer des Medienzentrums einigen können.

In einer noch am Dienstag einberufenen Betriebsversammlung wurde den Mitarbeitern Hoffnung gemacht, dass am Mittwoch ein neuer Investor präsentiert werde. Nach dem dieser zum vereinbarten Termin nicht erschienen sei, wurden alle anwesenden Mitarbeiter über die Einstellung des Sendebetriebs informiert, abwesende Mitarbeiter im Laufe des Tages schriftlich per Boten vom Insolvenzverwalter über die „Freistellung von der Arbeit“ unterrichtet. Köhler-Ma kündigte an, er suche nun nach einer „kleinen Lösung“, um Teile des Unternehmens zu retten. So werde er mit der Landesmedienanstalt die Verwertung der Sendekapazitäten klären.

FAB wurde 1990 gegründet und war einer der ersten privaten regionalen Fernsehsender. In der Hauptstadt gibt es mit „TV.Berlin“ einen weiteren privaten Sender mit 24-Stunden-Programm. An ihm ist Axel Springer („Bild“, Berliner Morgenpost) beteiligt. „Für die Kollegen, die auf FAB seit vielen Jahren ein respektables Programm gemacht haben, ist die Einstellung des Sendebetriebes ein tiefer Einschnitt. Aber eine Konsolidierung des Berliner TV Markt ergibt auch eine Chance für ein zukünftig wirtschaftlich tragfähiges Modell. Um die Vielfalt zu erhalten, sondieren wir aktuell welche Sendungen von FAB wir fortführen können“, sagte „TV.Berlin“-Geschäftsführer Mathias Adler.

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