Flexity Berlin

Praxistest bestanden - BVG kauft neue Super-Tram

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) schaffen sich neue Straßenbahnen an - und geben dafür bis zu 500 Millionen Euro aus. Das Gute daran: Die Züge wurden nicht nur extra für die Hauptstadt entwickelt, sondern werden auch in der Region gebaut . Das sichert Arbeitsplätze im Hennigsdorfer Bombardier-Werk.

Foto: ddp / DDP

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen zunächst 140 moderne Tram-Züge anschaffen, die ab 2011 schrittweise die in die Jahre gekommenen Tatra-Bahnen aus tschechischer Produktion ablösen werden. Der verbindlichen Bestellung muss aber noch der Aufsichtrat der Verkehrsbetriebe zustimmen. Laut BVG-Vorstandschef Andreas Sturmowski seien jedoch keine Gründe erkennbar, die den Auftrag mit einem Gesamtwert von etwa einer halben Milliarde Euro noch stoppen könnten. Auch die Finanzierung der Anschaffung durch das Land Berlin sei gesichert.

Der kanadische Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation hatte bereits 2006 mit seinem eigens für Berlin entwickelten Tram-Modell Flexity einen europaweiten Wettbewerb gewonnen. Daraufhin vereinbarte die BVG mit Bombardier eine Lieferoption über bis zu 210 neue Straßenbahnen. Voraussetzung für eine verbindliche Fahrzeug-Bestellung war aber, dass die Züge sich auch im Alltag bewähren.

Diese Anforderung hat die Flexity-Straßenbahn, die im September 2008 ihren Probelauf in Berlin hatte, offenbar erfüllt. Derzeit erprobt die BVG vier Vorserien-Fahrzeuge im regulären Linienbetrieb. Getestet werden sie in unterschiedlichen Ausführungen und mit einer Kapazität von 185 bis 240 Plätzen auf den Metro-Linien M2, M4 und M5. Bei einer Fahrgast-Befragung erhielt die Flexity die Note 1,6. "Das ist die beste Bewertung, die eine Bahn in Berlin je bekam", sagte BVG-Straßenbahn-Direktor Klaus-Dietrich Matschke Morgenpost Online. Auch die Fachleute des landeseigenen Unternehmens seien begeistert von der neuen Tram. Jetzt würde gemeinsam mit Bombardier an Verbesserungen im Detail gearbeitet. Änderungen soll es etwa in der Anordnung der Sitzplätze geben.

Mit dem 500-Millionen-Auftrag kann die BVG zudem Arbeitsplätze in der Region sichern. Bombardier hat bereits angekündigt, die neuen Straßenbahnen nicht wie bisher im sächsischen Bautzen, sondern im brandenburgischen Hennigsdorf montieren zu lassen. In dem Werk sind mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigt, viele von ihnen kommen aus Berlin.

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