Januar-Statistik

Winter lässt Arbeitslosigkeit in Region steigen

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In Berlin ist die Zahl der Menschen ohne Job im Januar erneut gestiegen und liegt nun bei 14,5 Prozent. Der Anstieg fiel höher aus als im bundesweiten Durchschnitt. Auch in Brandenburg legten die Zahlen kräftig zu. Ein Grund: das heftige Winterwetter.

Im Januar 2010 waren in Berlin insgesamt 244.959 Arbeitslose gemeldet, 17.592 mehr als im Vormonat und 6302 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag im mit 14,5 Prozent um einen Prozentpunkt über der des Vormonats und um 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar deutlich um 342.000 auf 3.617.000 gestiegen. Das waren 129.000 mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Im Bundesdurchschnitt nahm die Arbeitslosenquote um 0,8 Punkte auf 8,6 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,3 Prozent gelegen.

Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der jüngeren Arbeitslosen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren im Vergleich zum Vormonat um 1520, im Vergleich zum Januar 2009 sank sie um 75 Personen auf 23.653. Die Anzahl älterer Arbeitsloser von 50 bis unter 65 Jahren stieg gegenüber dem Vormonat um 4.315; verglichen mit dem Januar 2009 lag sie um 2.212 Personen höher und erreichte 54.323.

Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, führte zwei Gründe für den recht starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen ins Feld: das Winterwetter und das Auslaufen vieler befristeter Arbeitsverträge zum Jahresende.

Sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit in Brandenburg

Auch in Brandenburg hat das Winterwetter die Arbeitslosenzahl sprunghaft steigen lassen. Im Januar waren hier 170.787 Erwerbslose gemeldet, 19.486 mehr als im Dezember. Das bedeutet eine Erhöhung um 13 Prozent innerhalb eines Monats.

Die Arbeitslosenquote kletterte in Brandenburg um 1,5 Punkte auf 12,8 Prozent. Der Arbeitsmarkt im Land entwickelte sich damit deutlich schlechter als in ganz Deutschland. Allerdings steht das Bundesland noch besser da als vor einem Jahr. Im Januar 2009 waren 12.472 Menschen mehr arbeitslos, die Quote lag bei 13,6 Prozent.

Die Kälte machte sich bei vor allem am Bau bemerkbar. „So ist allein die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter in Brandenburg zum Vormonat um 3580 Personen gestiegen“, sagte Haupt-Koopmann. Im Januar wurden im Land 12.647 offene Stellen gezählt, das waren 1242 weniger als vor einem Jahr.

Anders als zum Jahresauftakt habe sich der Arbeitsmarkt in Brandenburg im Krisenjahr 2009 deutlich besser entwickelt als erwartet. So sei die Erwerbslosenzahl im Jahresdurchschnitt um sechs Prozent auf 165.000 gesunken, während es bundesweit einen Anstieg um fünf Prozent gegeben habe. Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren sank die Zahl knapp 900 oder fünf Prozent auf 18.600 Arbeitslose - auch dies deutlich gegen den Bundestrend. Deutschlandweit stieg in dieser Altersgruppe die Arbeitslosigkeit um fast elf Prozent.

( dpa/ddp/dino/sei )