Urteil

Rentner kommt nach Kindesmissbrauch nicht mehr frei

Sechsmal wurde ein Berliner Rentner bereits wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Nun ordnete ein Richter Sicherungsverwahrung an. Der 75-Jährige hatte sich erneut an sechs Jungen vergangen, gemeinsam mit Bekannten.

Wegen sexuellen Missbrauchs mehrerer Jungen hat das Landgericht Berlin am Donnerstag einen 75-jährigen Mann zu sieben Jahr Haft verurteilt. Gleichzeitig wurde gegen den mehrfach einschlägig vorbestraften Rentner Sicherungsverwahrung angeordnet. Der Mann wurde schuldig gesprochen, sich zwischen Juli und Oktober 2007 in 16 Fällen an sechs Jungen im Alter von acht bis elf Jahren vergangen zu haben.

Bei den Besuchen der Kinder in seiner Lichtenberger Wohnung waren zum Teil auch zwei Bekannte des Mannes anwesend. Dabei war es zunächst vor den Jungen zu sexuellen Handlungen zwischen den älteren Männern und dann mit den Kindern gekommen. Einige Jungen hätten dafür auch Geld bekommen, hieß es. Dem Gericht zufolge hatte der Rentner jedoch entgegen der Anklage keine "Nötigungsmittel".

Ein Gutachter hatte dem 75-Jährigen eine „pädophile Neigung“ und einen „Hang“ zu derartigen Missbrauchstaten bescheinigt. Diese Prägung bestehe bereits seit seiner Jugend, sagte der Richter. Er betonte die „Hartnäckigkeit“ des Angeklagten, mit welcher dieser in den vergangenen 50 Jahren immer wieder Jungen sexuell missbraucht hatte. Sechsmal wurde der Rentner bereits wegen Kindesmissbrauchs verurteilt, zuletzt 1997, wo er zweieinhalb Jahre Haft erhielt.

„Der Impuls wird immer bleiben“, sagte der Richter. Der Angeklagte sei für die Allgemeinheit gefährlich. Es gebe keinen seriösen Weg an der Sicherungsverwahrung vorbei. Die jungen Opfer, die aus „sozial schwachen Familien kamen“, hätten bleibende Schäden erlitten.

( ddp/sh )