Möbelhaus

Ikea stoppt Bau von neuer Berliner Filiale

Eine vierte Ikea-Filiale wird es auf absehbare Zeit nun doch nicht in Berlin geben. Das schwedische Möbelhaus nannte als Begründung für die Verschiebung eines Neubaus die hohen Baukosten in der Hauptstadt. Dennoch werden die Vorbereitungsarbeiten auf dem Grundstück in Lichtenberg weiter fortgesetzt.

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Wie die Deutschlandzentrale des schwedischen Möbelkonzerns überraschend mitteilte, müsse das Projekt völlig neu konzipiert werden. Damit verschiebe sich der für Sommer 2008 angekündigte Baustart um mindestens ein Jahr, so dass frühestens 2010 mit der Eröffnung zu rechnen ist.

Sprecher Andreas Jantke schloss nicht aus, dass es auch länger dauern könne. Grund für die Verzögerung seien die extrem gestiegenen Baukosten in der Bundeshauptstadt. Ikea-Expansionschef Armin Michaely sagte: "Wir halten zwar an der Eröffnung einer vierten Filiale in Berlin fest, müssen jedoch mit einer kompletten Neuplanung und Kalkulation versuchen, den gestiegenen Kosten zu begegnen."

Wie die alternativen Konzepte aussehen sollen und welche Abstriche es geben wird, steht noch nicht fest. "Die neuen Planungen sind im Gange", so Jantke. Während er sich nicht so recht vorstellen kann, dass an den Parkdecks gespart werde, schließt das Lichtenbergs Baustadtrat Andreas Geisel (SPD) nach Gesprächen mit Ikea nicht aus. Unklar ist laut Jantke auch, ob die Ikea-Filiale nach wie vor mit 44 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche das zweitgrößte Möbelhaus des Konzerns nach Stockholm in Europa werden solle. Die Verkaufsfläche wurde bisher mit 21 000 Quadratmeter angegeben. Das dürfte so bleiben. Auch die geplante zweimal etwa 70 Meter lange Glasfront steht auf dem Prüfstand. Die Ikea-Planer hatten sich 2007 entschieden, an der Ost-Flanke ein Eck-Glashaus "anzudocken" und damit den üblichen blau-gelben Würfel optisch aufzuwerten.

Die Investitionskosten - bisher war von 60 Millionen Euro die Rede - werden nun mit 70 Millionen Euro angegeben. "Darüber dürfen wir nicht kommen", so Jantke. Im Bezirksamt ist von bis zu 20 Prozent höheren Baukosten die Rede. Außerdem habe Ikea für das Grundstück schon etwa 20 Millionen Euro bezahlt. Die bereits begonnenen Erschließungs- und Räumungsarbeiten auf dem Gelände an der Landsberger Allee gehen ungeachtet der Verschiebung weiter, versichert der Konzern, ebenso der Umbau der Straßenkreuzung Rhinstraße.

Geisel bedauert die Ikea-Entscheidung, sagt aber: "Wir werden zu gegebener Zeit das Baugenehmigungsverfahren zügig durchziehen." Allerdings werde nun leider auch der Investitionsschub an der Landsberger Allee überhaupt verzögert. Alle warteten auf den Start und die Sogwirkung von Ikea. So habe der Hamburger Immobilien-Unternehmer Helmut Greve für seine Bau- und Möbelmärkte in einer Halle neben dem Ikea-Grundstück immer noch keinen Bauantrag gestellt.

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