Schulen und Kitas

Berliner müssen sich auf neue Streikwelle einstellen

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Die Lehrer- und Erziehergewerkschaft GEW kündigt für die kommende Woche einen massiven Unterrichtsausfall an. An Schulen, wo es nur angestellte Lehrer gibt, soll der Unterricht sogar komplett ausfallen. Der Landeselternausschuss ist besorgt, die CDU fordert eine Aufstockung der Lehrerfeuerwehr.

Schulen und Kindertagesstätten in Berlin steht in der kommenden Woche eine neue massive Streikwelle bevor. „Es wird erhebliche Einschränkungen im Unterricht und bei der Betreuung der Kinder geben“, kündigte die Landesvorsitzende der Lehrer- und Erziehergewerkschaft GEW, Rose-Marie Seggelke, an. Je höher der Anteil der angestellten Lehrer, desto mehr Unterricht falle in den jeweiligen Schulen aus. In einigen Fällen müssten Eltern auch damit rechnen, dass der Unterricht komplett ausfällt. „Das wird aber voraussichtlich nur etwa eine Handvoll Schulen treffen“, betonte Seggelke.

Als Beispiel nannte die Gewerkschaft die Staatliche Europaschule Aziz Nesin in Kreuzberg. Weil dort wegen der besonderen Schulform so gut wie keine beamteten Lehrer beschäftigt seien, werde es anstelle des regulären Unterrichts nur eine Notbetreuung für die Schüler geben. Viele Eltern hätten dafür inzwischen auch nur noch wenig Verständnis, räumte Seggelke ein. Der Unmut werde größer, zumal immer wieder dieselben Schulen betroffen seien.

Landeselternausschuss besorgt

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst wollen den Senat mit der Ausweitung des Streiks zurück an den Verhandlungstisch zwingen. Sie fordern 2,9 Prozent mehr Gehalt und drei Einmalzahlungen in Höhe von je 300 Euro. Nach dem Scheitern der Tarifgespräche im Sommer lehnt der rot-rote Senat trotz Kritik aus den eigenen Fraktionen eine Rückkehr an den Verhandlungstisch jedoch ab.

Der Landeselternausschuss forderte nun die Bildungsverwaltung auf, die Unterrichtsausfälle rechtlich überprüfen zu lassen. Auch während eines Arbeitskampfes müsse die vollständige Betreuung aller Schüler gewährleistet werden, teilte der Vorsitzende André Schindler mit. Die CDU-Fraktion forderte angesichts des Streiks die Aufstockung der sogenannten Lehrerfeuerwehr, mit der die Schulen auf kurzfristige Ausfälle reagieren können. Da zuletzt mehr Lehrer ausgeschieden als neue hinzugekommen seien, verfüge das Land über finanziellen Spielraum, hieß es in einer Mitteilung.

( dpa/apä )