Flughafen Schönefeld

Iren wollen 1,1 Milliarde Euro am BBI investieren

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Katrin Schoelkopf

Foto: ddp / DDP

Der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg International soll eine Flughafenstadt für 10.000 Anwohner und ein riesiges Gewerbegebiet mit 10.000 Jobs bekommen. Dieses bislang teuerstes Projekt im Flughafenumfeld plant ein irisches Investoren-Konsortium – und schwärmt von dem Standort.

Die geplanten Gewerbeparks des irischen Investorenkonsortiums Bulberry Properties Limited und der Investa Projektentwicklungs- und Verwaltungs GmbH aus München (wir berichteten) sind das bislang größte Investitionsvorhaben im Umfeld des geplanten neuen Hauptstadtflughafens BBI in Schönefeld. Gestern gab das Joint Venture, das unter Airportpark Schönefeld GmbH & Co. KG. firmiert, bekannt, dass es insgesamt 59 Hektar Gewerbe- und Wohnfläche in Schönefeld entwickeln will. Investitionsvolumen: 1,1 Milliarden Euro.

Ursprünglich war von einem Areal mit 34 Hektar im Besitz des Joint Venture und einem Investmentvolumen von 800 Millionen Euro die Rede. Dazu gehören der geplante 30 Hektar große Airportpark nördlich des S-Bahnhofes Schönefeld und westlich der neuen Autobahn A113 sowie ein vier Hektar großes Areal im Schönefelder Ortsteil Waßmannsdorf.

Schub für Flughafen-Umfeld und Region

Zugekauft wurden jetzt durch das irische Investorenkonsortium weitere 25 Hektar nördlich der Bundesstraße 96a an der Hans-Grade-Allee in Schönefeld. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) sagte gestern, die Ansiedlung werde für einen mächtigen Schub sorgen. „Das Flughafen-Umland gewinnt mit der Investition an Ausstrahlung.“ Baubeginn für erste Parzellen im geplanten Airportpark und entsprechendes internationales Marketing ist nach Angaben von Klaus Laminet, geschäftsführender Gesellschafter der Investa, Ende 2009/Anfang 2010 vorgesehen. Geplant ist hier die Ansiedelung von Hotels, Gewerbe, Konferenzcentern, Wohnungen und auch Parkhäusern in „hochwertiger Architektur“.

„Internationale Investoren kommen nur, wenn es eine anspruchsvolle Architektur und auch Landschaftsgestaltung gibt, denn noch kennt ja niemand den BBI“, sagte Laminet. Der Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD) nannte den Baubeginn Ende 2009/Anfang 2010 realistisch, da die Bebauungspläne kurz vor dem Abschluss seien und während der dann folgenden Erschließung Bauanträge bereits bearbeitet werden könnten.

Die anderen 29 Hektar an der Hans-Grade-Allee und in Waßmannsdorf sind vornehmlich für Logistikunternehmen, Gewerbe sowie Labore für Biotechnologiefirmen und einfache Hotels vorgesehen. Das aber sei alles noch Vision, sagte Laminet und lasse sich „nicht von heute auf morgen, dennoch in absehbarer Zeit“ umsetzen. Die derzeitige Finanzkrise jedenfalls habe keinen Einfluss auf die Investition, da die Planung „weitestgehend auf Eigenkapital beruhe“.

„Diese Investition wird Initialzündung für die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis sein und bis tief nach Südbrandenburg Ausstrahlung haben“, ist sich Landrat Loge sicher.

Investoren kommen aus Luftfahrtindustrie

Hinter dem irischen Investorenkonsortium Bulberry Properties Limited stehen neben anderen Gesellschaftern die Brüder Ulick und Desmond McEvaddy, die in der internationalen Luftfahrtindustrie und in der Immobilienentwicklung tätig sind. Beide gründeten 1984 Omega Air, eine Fluggesellschaft zur Flugzeugbetankung. Ein weiterer Gesellschafter des irischen Investorenkonsortiums ist mit FGS eine der größten irischen Vermögensverwalter. Kevin Donovan von FGS zeigte sich gestern von dem Projekt überzeugt. „Der BBI wird ein Erfolg“, sagte er. Flughäfen seien Wachstumsmotoren. Vor allem die internationale Luftfahrtindustrie werde sich rund um den deutschen Hauptstadtflughafen ansiedeln.

Der Name des geplanten Gewerbeparks an der neuen Autobahn A113 wurde inzwischen von ursprünglich „Airport-City“ auf „Airportpark Berlin-Brandenburg“ geändert, da die Flughafengesellschaft den Begriff der Airport-City bereits für ihren künftigen 16 Hektar großen Gewerbepark am BBI-Terminal nutzt.