Prostitution

Kinderschänder-Ring missbrauchte zehn Opfer

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Michael Behrendt

Einem Berliner Polizeibeamten drohen bis zu zehn Jahre Haft. Ihm wird Kindesmissbrauch in mehreren Fällen vorgeworfen. Ein im Stricher-Milieu rund um den Bahnhof Zoo und die Kurfürstenstraße aktiver Zuhälter soll ihm und weiteren Freiern Kinder und Jugendliche aus Südosteuropa zugeführt haben.

Dem im Zuge von Ermittlungen als mutmaßlicher Sexualstraftäter enttarnten Polizeibeamten drohen bis zu zehn Jahre Haft. Das sagte am Mittwoch ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Laut Gesetz beginnt die Strafandrohung für den sexuellen Missbrauch von der Minderjährigen bei sechs Monaten. Wie berichtet befinden sich derzeit insgesamt fünf Personen im Visier der Ermittlungsbehörden; vier Wohnungen in Berlin und eine in Freiburg waren durchsucht und Beweismaterial gefunden worden.

Wie jetzt bekannt wurde, soll der mutmaßliche „Zuhälter“ der Bande – gegen ihn wurde inzwischen Haftbefehl erlassen – Kinder und Jugendliche aus dem südosteuropäischen Raum an zahlungswillige Freier vermittelt haben, so auch an den 46 Jahre alten Bereitschaftspolizisten.

„Diesem Verdächtigen wird der sexuelle Missbrauch von zwei Minderjährigen und einem Jugendlichen vorgeworfen“, so Staatsanwaltssprecher Michael Grunwald. Wie die Morgenpost Online aus Sicherheitskreisen erfuhr, sollen die Opfer mehrfach an ihn vermittelt worden sein. Es soll sich um insgesamt 28 Taten handeln.

Die Ermittlungen gegen den Zuhälter und seine Kunden waren bereits im März dieses Jahres eingeleitet worden, nachdem der Ring des als „Kinder-Carsten“ in der Szene bekannten Drahtziehers in Berlin zerschlagen worden war und die Kriminalpolizei dadurch neue Ermittlungsansätze erhalten hatte. Carsten D. hatte sich bereits in den 1990er-Jahren zur festen Größe im Stricher-Revier rund um den Bahnhof Zoo und die Kurfürstenstraße etabliert. Auch die Jungen, auf die die Beamten bei der Aktion gegen D. im März stießen, stammen aus Osteuropa.

Nach bisherigen Erkenntnissen könnten insgesamt zehn Kinder und Jugendliche an die Freier vermittelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft vermutet etwa zwölf Kunden, die Ermittlungen in diesem Zusammenhang dauern an. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Jungen zu den Handlungen gezwungen worden waren. Laut einem Ermittler sei es für sie schnelles Geld gewesen, etwa 50 Euro hätten sie für ein Treffen mit den Freiern bekommen. Gegen den beschuldigten Polizisten wurde ein Verbot der Amtsausübung ausgesprochen.