Armes Berlin

Jeder dritte Minderjährige lebt von Hartz IV

Fast 177.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren waren Ende vergangenen Jahres auf staatliche Leistungen angewiesen. Besonders viele arme Kinder leben in den Bezirke Mitte, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Am stärksten abhängig von Transferleistungen sind die unter Siebenjährigen und Kinder Alleinerziehender.

In Berlin lebt mehr als jeder dritte Minderjährige von staatlichen Transferleistungen. Wie die Senatssozialverwaltung auf eine Kleine Anfrage der Linken mitteilte, erhielten die Eltern von 176.724 Kindern und Jugendlichen Ende 2007 Arbeitslosengeld (ALG) II oder Hilfe zum Lebensunterhalt. Dies entspricht einem Anteil dieser Altersgruppe von 35,34 Prozent. In der Hauptstadt leben rund eine halbe Million unter 18-Jährige.

Die mit bis sieben Jahren Kleinsten stellten dabei mit 50 Prozent (89.408) der ALG II-Bezieher die größte Gruppe unter den armen Kindern dar. Besonders stark betroffen sind auch die Kinder von Alleinerziehenden: 75.500 waren Ende 2007 auf ALG-II-Leistungen angewiesen. Der Anteil der 14- bis 18-Jährigen war dagegen mit knapp 20 Prozent (33.133) am geringsten.

In den Bezirken Mitte (26.192), Neukölln (25 722) und Friedrichshain-Kreuzberg (19 221) gab es im Vergleich besonders viele Kinder und Jugendliche, deren Eltern auf Leistungen nach Arbeitslosengeld (ALG) II angewiesen waren. Die wenigsten Minderjährigen in Bedarfsgemeinschaften lebten in den Bezirken Steglitz-Zehlendorf (6799) und Treptow-Köpenick (7939).

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