Ehrung

George Bush senior mit Kissinger-Preis ausgezeichnet

Für seine Verdienste um die transatlantische Partnerschaft ist der frühere US-Präsident George Bush mit dem Henry A. Kissinger-Preis der American Academy in Berlin ausgezeichnet worden. In der Laudatio hieß es, niemand verdiene die Auszeichnung mehr als er.

Foto: TOB/KS / REUTERS

Einen Tag vor der Eröffnung der neuen US-Botschaft in Berlin ist der ehemalige amerikanische Präsident George Bush mit dem Henry A. Kissinger Preis geehrt worden. Die Auszeichnung wurde Bush senior, dem 84 Jahre alten Vater des heutigen US-Präsidenten George W. Bush, am Abend in einem Festakt vom Academy-Vorsitzenden und ehemaligen Bosnien-Vermittler Richard C. Holbrooke überreicht. „Niemand verdient den Preis mehr als Präsident Bush“, sagte er. Als die Berliner Mauer vor 19 Jahren fiel, habe er sofort die historische Möglichkeit der deutschen Wiedervereinigung erkannt und diese „schnellstmöglich“ unterstützt.

Kissinger, der Ehrenmitglied der Academy mit Sitz in Berlin-Wannsee ist, würdigte Bush dafür, dass er dem geeinten Deutschland bereits 1990 die volle Souveränität zugestanden habe. „Das war eine einzigartige Leistung in der Geschichte der Diplomatie“, sagte er in einer emotionalen Rede. Damals sei nicht klar gewesen, wie das internationale Staatensystem auf den Fall der Mauer reagiere. Bush habe es auf der Basis von Zusammenarbeit und Freundschaft mit der deutschen Regierung geschafft, dass nicht fremde Staaten über das Schicksal des Landes entschieden, sondern Deutschland selbst.

Darüber hinaus ehrte Kissinger den ehemaligen US-Präsidenten als Mitbegründer der friedlichen Beziehungen zum heutigen Russland und der internationalen Koalition gegen den Irak nach der Besetzung Kuwaits mit dem Sieg im Golfkrieg.

Bush senior bezeichnete das heutige Deutschland als „Beispiel für Demokratie und Freiheit“. „Deutschland hat seinen Platz im Herzen Europas verdient – frei und ganz.“ Er betonte, dass das Land nicht für alle Zeiten wegen seiner Fehler in der Vergangenheit kritisiert werden dürfe. Darüber hinaus befürwortete er die Bestrebungen Deutschlands zu einer europäischen Führungsrolle. Bush senior bedauerte, dass Altbundeskanzler Helmut Kohl nicht an der Feier teilnehmen konnte.

Mit dem Kissinger-Preis ehrt die American Academy jedes Jahr eine amerikanische oder europäische Persönlichkeit für Verdienste um die transatlantischen Beziehungen. Erster Preisträger war 2007 Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). Die American Academy in Berlin wurde 1994 gegründet. Sie vergibt unter anderem Stipendien an amerikanische Wissenschaftler, Autoren und Künstler, die für ein Semester in Berlin an ihren Projekten arbeiten.

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