Stadtplanung

Am Zoofenster starten die Bauarbeiten

Nach Jahren des Stillstands geht es auf der einst hässlichsten und zugleich prominentesten Brache der City-West jetzt los: Auf dem ehemaligen Teppich-Kibek-Gelände zwischen Hardenberg-, Kantstraße und Joachimstaler Straße gleich vis à vis vom Bahnhof Zoo haben die Bauarbeiter mit dem Fundament für die Arkaden des geplanten 118 Meter hohen Zoofensters begonnen.

Foto: BIC INGENIEUR-CONSULTING GMBH

"Wir arbeiten mit einem Spezialbohrgerät, von dem es in Deutschland nur wenige Exemplare gibt", berichtet Projektmanager Richard Djoa von der Berliner BIC Ingenieur-Consulting GmbH. Mit dem Bohrer werden die insgesamt 17 Arkadenpfähle entlang der Hardenbergstraße bis zu einer Tiefe von 20 Metern in die Erde gebracht.

Eine Investorengruppe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte das Grundstück von dem Kölner Vorbesitzer "Ebertz & Partner" erworben und will dort für 200 Millionen Euro ein Hotel der Luxusklasse mit rund 280 Zimmern sowie Büroflächen und Wohnungen errichten. Der Entwurf stammt von dem Frankfurter Architekten Christoph Mäckler, der unter anderem den Frankfurter Opernturm und das Terminal 3 des dortigen Flughafens entworfen hat.

Die Fassade des Zoofensters werde in hellem Naturstein ausgeführt, so Projektmanager Richard Djoa. Die dichte Bebauung im Umfeld der Baugrube und auch die zwei U-Bahn-Linien stellten hohe Anforderungen an Technik und Sicherheit, betont der Manager. Deshalb würden allein schon die Arbeiten in der 2400 Quadratmeter großen Baugrube bis Februar 2009 dauern. Geplante Fertigstellung des Baus ist zwei Jahre später im Frühjahr 2011.

Das Zoofenster hat eine bewegte Vorgeschichte. Bereits 1995 waren die alten Gebäude mit Ausnahme des damaligen Teppich-Kibek-Hauses abgerissen worden. Ebertz & Partner hatten das Grundstück vom Voreigentümer Brau & Brunnen erworben, die in finanziell schwieriges Fahrwasser geraten waren. Doch gleich nach dem ersten Spatenstich trat das Kölner Unternehmen zurück, weil der Voreigentümer eine arabische Gruppe gefunden hatte, die mehr bot.

Doch das Geschäft platzte, so dass Ebertz & Partner 2001 das Grundstück zum zweiten Mal kaufte. Doch dann platzte der Pachtvertrag mit dem vorgesehen Hotelbetreiber Hilton. Die begonnenen Bauarbeiten wurden 2002 eingestellt. Um den Schandfleck unweit der Gedächtniskirche zu kaschieren, hatte das Bezirksamt Ende 2004 die Baugrube durch Riesenposter verhüllen lassen. Sie fielen jetzt kurz vor Beginn der Bauarbeiten.