An der Grünberger Straße, gleich um die Ecke vom Boxhagener Platz, ist die Restaurantkonkurrenz groß. Wer nicht ein auffälliges, abgefahrenes oder einzigartiges Konzept anzubieten, geht schnell unter. Das geht schon beim Namen los. „Chüechliwirtschaft“ klingt spannend. Irgendwie nach Schweiz. Doch der Gedanke führt in die Irre. Hier wird mehr die französische Imbisskultur gepflegt.

Will heißen: Es gibt hauptsächlich Crêpes und die typisch bretonischen Galettes aus Buchweizenmehl. Die Trinkschokolade in den Varianten normal, dunkel und weiß (je 2,50 Euro) kommt immerhin aus der Schweiz. Crêpes und Galettes sind in unzähligen, süßen oder herzhaften Varianten zu haben. Hausspezialitäten sind zum Beispiel die Älpler Crêpe mit Schinken, Käse, gerösteten Zwiebeln und Apfelmus (4,80 Euro) oder die Crêpe „Piquante“ mit scharfer Chilisauce, Knoblauch und Paprika (2,80 Euro).

Die Hirten Galette mit Fetakäse, karamellisierten roten Zwiebeln und gerösteten Walnüssen (5,80 Euro) verspricht ungewohnte Gaumenfreuden. Die Erwartung wird allerdings enttäuscht, mit zu viel Käse und einer unausgereiften Geschmacksbalance liegt dieser Snack schwer im Magen. Damit verschärft sich ein Eindruck, der sich während der langen Wartezeit eingestellt hat: Hier geht es mehr um hippen Schein, als gute Küche. Die „Friedelhain“-Szene schlurft herein, Karten gibt es passend zum aus dem Flohmarktmöbelmischmasch tönenden Sprachengewirr nur auf Englisch und Crêpes machen – das kann sich jeder selbst beibringen. Für Gourmets gibt es wirklich Lohnenderes.

Chüechliwirtschaft, Grünberger Straße 68, Friedrichshain, Di. bis Sbd. 10–22 Uhr, So. 9–21 Uhr, Tel. 0163 737 13 60, www.chüechliwirtschaft.de

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