Der Online-Modehändler Zalando erwartet, dass sich sein rasantes Wachstum in diesem Jahr leicht verlangsamt. Nach einem Umsatzplus von 26 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro im Vorjahr rechnet das Berliner Unternehmen 2015 mit 20 bis 25 Prozent Zuwachs, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde.
Der seit Herbst an der Börse notierte Modehändler hatte das vergangene Jahr erstmals mit schwarzen Zahlen im operativen Geschäft abgeschlossen. Vor Zinsen und Steuern verdiente Zalando 62 Millionen Euro. Unterm Strich stand ein Plus von 47,1 Millionen Euro, wie aus dem nun veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. 2013 war noch mit einem Verlust von 116,6 Millionen Euro geendet.
Zunehmend profitiert Zalando von mobilen Kunden. Der Anteil der Verbraucher, die über Smartphones oder Tablets bestellen, stieg 2014 auf 42 von 27 Prozent, hieß es. „Der Anteil an Besuchen von mobilen Endgeräten erreicht erneut ein Rekordniveau.“ Im vierten Quartal habe der Wert bei 48 Prozent gelegen, zur Weihnachtszeit in einigen Märkten sogar bei 60 Prozent.
Rubin Ritter - „Wir werden jetzt nicht den Fuß vom Gas nehmen“
Zalando hatte bereits im Februar vorläufige Geschäftszahlen vorgelegt und bestätigte diese nun. Erstmals seit der Firmengründung 2008 schrieb der Börsenneuling, der mit dem Werbeslogan „Schrei vor Glück“ bekannt geworden ist, im vorigen Jahr schwarze Zahlen.
„Wir werden jetzt nicht den Fuß vom Gas nehmen, nicht mal ansatzweise“, sagte Vorstand Rubin Ritter. Die Gewinnmarge werde wegen neuer Investitionen in langfristiges Wachstum wohl nicht ganz das Niveau von 2014 erreichen. Zudem plane man, „massiv neue Mitarbeiter“ einzustellen.
Gut die Hälfte seines Umsatzes macht Zalando in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier gab es 2014 ein Plus von 17 Prozent. In zwölf anderen europäischen Märkten war das Wachstum mit 37 Prozent deutlich stärker. Hier verbesserte sich die Marge deutlich, blieb mit 1,3 Prozent aber negativ. Der deutschsprachige Raum hingegen ist mit plus 6,7 Prozent profitabel.
dpa/rtr/bee


