Der Börsengang der Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet stößt auf starke Resonanz. Es bestehe bereits Nachfrage über die gesamte Preisspanne hinweg, sagte Mitgründer und Vorstandschef Oliver Samwer am Mittwoch in Frankfurt. „Dass heute schon genug Orders vorliegen, zeigt das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen Rocket und sein Team.“

Schon rund eine Stunde nach Beginn der Zeichnungsfrist waren die Orderbücher einschließlich der Platzierungsreserve innerhalb der Preisspanne bereits gefüllt, wie die begleitende Bank JPMorgan am Mittwoch den Investoren mitteilte. Das bedeutet, dass bereits Kaufaufträge im Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro vorlagen. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis 7. Oktober, die Preisspanne liegt zwischen 35,50 und 42,50 Euro.

„Wir hoffen, dass der Börsengang auch als Katalysator dient für den gesamten Technologiesektor in Deutschland, für die Motivation von Gründern und vielleicht für den gesamten Standort“, sagte Samwer.

Hauptanteilseigner von Rocket Internet sind die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer, die auch gut 16 Prozent an dem Modehändler Zalando halten. Rocket folgt dicht auf Zalando, der bereits am 1. Oktober an die Börse geht.

Marktwert deutlich höher als Lufthansa erwartet

Die bestehenden Anteilseigner wollen bei dem Rocket-Börsengang keine Anteile verkaufen, es sollen nur neue Aktien platziert werden. Das Unternehmen erwartet mit dem Börsengang einen Marktwert von rund 6,2 Milliarden Euro. Am oberen Ende der Preisspanne dürften es bis zu 6,7 Milliarden Euro sein. Bei Zalando wird mit einem Wert von bis zu 5,6 Milliarden Euro gerechnet. Zum Vergleich: Die Lufthansa als Dax-Konzern kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 5,85 Milliarden Euro.

Rocket startet im Börsen-Segment Entry Standard, in dem die Transparenz-Anforderungen etwas niedriger sind. So wird Rocket aktuelle Zahlen nur alle sechs Monate statt jedes Quartal vorlegen müssen. Man wolle innerhalb von 18 bis 24 Monaten in den General oder Prime Standard wechseln, hieß es.

Rocket Internet war 2007 gegründet worden und bringt hauptsächlich Internet-Startups auf den Weg. Rocket Internet hat die Startup-Produktion wie am Fließband organisiert. Eine Geschäftsidee wird schnell umgesetzt und in verschiedenen Ländern an den Start gebracht. Aktuell sind unter dem Rocket-Dach über 50 Firmen in verschiedenen Weltregionen aktiv. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Online-Handel.

dpa/Reuters/ap