Kooperation

Parkplatz-App Parku öffnet in Berlin Schranken

Das Start-up sieht sich als eine Art AirBnB für Parkplätze. Parkhausbetreiber und Hotels bieten Stellplätze an, die per Smartphone-App gebucht werden können.

Foto: Parku

Mit der Parkplatz-App Parku finden Autofahrer in Berlin schnell einen Parkplatz in ihrer Nähe. Parkhausbetreiber, Hotels und private Anbieter können mit der App freie Kapazitäten vermarkten. Parku ist eine Verlagskooperation mit der Berliner Morgenpost.

Das Start-up bietet in Berlin bislang 173 Parkplätze an 25 Standorten an. Der Download der App in den App-Stores von Apple und Google ist kostenfrei. Für das Parken fallen Gebühren zwischen einem und drei Euro pro Stunde an. Das Start-up will seinen Dienst bis zum Sommer auch in Hamburg, München, Düsseldorf sowie weiteren Städten anbieten.

Die Vermarktung von Rest-Parkplätzen macht Sinn: „91 Prozent der Firmenparkplätze werden nachts nicht genutzt. Parkplätze in Hotels sind im Durchschnitt nur zu 45 Prozent ausgelastet", sagt Parku-Geschäftsführer Urs Fischer. Die Betreiber von Hotel-Garagen und Parkhäusern hätten die Möglichkeit, ihre Kosten zu senken. Diese belaufen sich pro Stellplatz jährlich auf mehrere Hundert Euro.

Parku folgt dem Trend der Share Economy, der Wirtschaft des Teilens. „Wir haben gesehen, wie gut das bei Wohnräumen funktioniert und bieten das nun für Stellplätze an“, sagt Fischer. Internetportale bieten das Teilen von Gütern an: Unterkünfte auf AirBnB, Autos auf Carzapp und Dienstleistungen auf Mila. Das in den USA beliebte Teilen von Geräten (Streetbank, Neighborgoods) hat sich in Deutschland bislang nicht durchgesetzt. Parku erweitert das Spektrum des Teilens um Parkplätze.

Zum Buchen eines Parkplatzes nutzen Autofahrer die App. Vor der ersten Benutzung sollte man ein Benutzerkonto eingerichtet haben. Die Funktionsweise ist in wenigen Schritten erklärt:

Nutzer sehen auf dem Startbildschirm den Stadtplan. Dort werden alle Stellplätze angezeigt, die für die eingestellte Uhrzeit verfügbar sind. Die Zeit kann mit einem Stellrad auf dem Display verändert werden. Buchungen sind bis zu zehn Tage im Voraus möglich.

Klickt man auf eines der Parkplatz-Icons, so erscheinen die Adresse und die zu erwartende Gebühr. Ein weiterer Klick zeigt Parkhaus-Details an. Nutzer können hier auch die Bezahlmethode wählen (Guthaben, PayPal, Kreditkarte). Mit einem weiteren Klick ist der Parkplatz kostenpflichtig gebucht.

Parku-Nutzer ziehen an der Einfahrt kein Ticket, sondern scannen mit der App den QR-Code am Automaten vor der Schranke, worauf sich diese öffnet.

Sollte der Aufenthalt im Parkhaus länger als erwartet dauern, kann die Parkzeit per App verlängert werden.

Die Ausfahrt aus dem Parkplatz oder Parkhaus erfolgt per Smartphone: Der Nutzer scannt mit der Parku-App den QR-Code an der Schranke, worauf diese sich öffnet.

Eigentümer können ihre Parkplätze auf Privatgelände oder freie Kapazitäten in Parkhäusern vermarkten. Frei zugängliche Parkplätze werden dazu mit einem Schild gekennzeichnet. Parkhaus-Betreiber erhalten von Parku ein „Sesam“ genanntes Steuergerät, das die Öffnung der Schrankenanlage per Smartphone-App zulässt.

Das Unternehmen startete in der Schweiz, wo bewirtschaftete private Parkplätze in der Regel frei zugänglich sind. Für Berlin wurde das Konzept überarbeitet, weil Parkplätze hier häufig hinter Schranken liegen. Deshalb haben die Gründer ihren Fokus auf Parkhäuser und Hotelparkplätze verlagert.

Eine Zukunftsperspektive sieht das Start-up als Anbieter von Dienstleistungen im Kontext der vernetzten Mobilität. Ein erster Schritt ist hier die Kooperation mit „The New Motion“, einem Service-Anbieter für Ladesäulen für Elektroautos in Parkhäusern.

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