Allyouneed.com

Deutsche Post will Berlinern abends Lebensmittel liefern

Das Berliner Start-Up Allyouneed, das mehrheitlich zur Deutschen Post gehört, baut seinen Service aus. Schon in zwei Wochen sollen die Berliner in den Abendstunden beliefert werden.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Deutsche Post baut ihr Geschäft mit dem Lebensmittel-Versand weiter aus. Der mehrheitlich zur Post gehörende Online-Supermarkt Allyouneed.com bietet ab Mitte September auch in Berlin die Zustellung der Lebensmittel in den Abendstunden an, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. In Köln und im Ruhrgebiet liefert Allyouneed bereits abends Lebensmittel aus. Hier und demnächst auch in der Hauptstadt können die Kunden sich ein Zeitfenster aussuchen: Entweder der Bote kommt von 18.00 bis 20.00 Uhr oder von 20.00 bis 22.00 Uhr.

Im Ruhrgebiet waren die zusätzlichen Lieferzeiten am Abend Anfang Juli eingeführt worden – nach einem Pilotprojekt in Köln, das bereits seit mehr als einem Jahr läuft. In beiden Regionen nutze bereits rund ein Drittel aller Kunden den Service, teilte Allyouneed mit. Eine interne Studie habe ergeben, dass 37 Prozent der Befragten eine Lebensmittellieferung am Abend erhalten wollen, weil sie dann mit Sicherheit zu Hause sind. Bis Ende kommenden Jahres will Allyouneed die Feierabendzustellung in allen Ballungsräumen anbieten, wie ein Sprecher sagte.

Seit August können die Kunden auch bis zu zehn Tage im voraus einen Wunsch-Liefertermin angeben, wie das Unternehmen betonte. Dieses Angebot gelte deutschlandweit. Die Lieferung in den Abendstunden dagegen soll auf Ballungsgebiete beschränkt bleiben. Für ländliche Gebiete testet die Post derzeit Paketkästen, in denen die Pakete – möglicherweise auch gekühlt – zwischengelagert werden können.

Post hält das Potenzial für „riesengroß“

Zielgruppen des Online-Supermarktes sind vor allem Menschen von 30 bis 50 Jahren mit Familie, aber auch ältere Menschen, die ihre Einkäufe nicht mehr selber tragen möchten. Der Chef der Paketsparte DHL, Andrej Busch, hält das Potenzial für den Versand von Lebensmitteln hierzulande für „riesengroß“. In England würden schon rund fünf Prozent der Lebensmittel im Internet gekauft, in Deutschland erst 0,2 Prozent. Angaben zur Zahl der Kunden macht Allyouneed nicht, wie der Sprecher am Dienstag sagte. Die Einführung des Wunschtages sei aber auf sehr großes Interesse gestoßen: „Für die Kunden ist es unheimlich wichtig zu wissen, wann wir kommen.“

Das Marktforschungsunternehmen Nielsen hatte im vergangenen Jahr eine Umfrage veröffentlicht, wonach das Interesse am Onlineeinkauf von Lebensmitteln hierzulande aber nach wie vor sehr gering ist. Gründe sind demnach die niedrigen Preise im Einzelhandel und die hohe Ladendichte.

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