Die „Air Force One“ ist das berühmteste Flugzeug der Welt. Um kein anderes Flugzeug ranken sich so viele Mythen wie um die Maschine des US-Präsidenten.

Das hat einen guten Grund. Denn die Boeing 747-200B ist ausgestattet wie ein zweiter Amtssitz. Notfalls kann US-Präsident Barack Obama auch von dort aus das Land regieren. Und sollte die Maschine von Raketen angegriffen werden, gibt es angeblich ein ausgeklügeltes Abwehrsystem, das die Raketen abfängt.

Dazu kommen all die Bilder, die den mächtigsten Mann der Welt vor seinem Flugzeug zeigen. Wenn Barack Obama ein anderes Land besucht, sind die ersten und letzten Fotos von ihm jedes Mal die vor der „Air Force One“. Obama, der wie nur wenige Politiker die Macht der Bilder versteht, setzt dies sehr geschickt ein.

Ist er allein ohne Familie unterwegs, sieht man ihn meist im Laufschritt die Gangway hochsteigen. Das führte schon mehrmals zu der grotesken Situation, dass ein Steward ihm bei Regenwetter vergeblich mit dem Schirm auf den Stufen hinterherlief.

Obama dürfte genau das gefallen haben. Oben angekommen, dreht er sich kurz um, winkt und entschwindet dann in seine weiß-blau lackierte Amtsmaschine.

In der „Air Force One“ bekommt der Präsident alles, was er braucht. Er hat dort ein eigenes Schlafzimmer und ein Büro. Dazu gibt es mehrere Konferenzräume und zahlreiche abhörsichere Telefone. Nur engste Mitarbeiter und ausgewählte Journalisten dürfen Obama auf seinen Reisen mit der „Air Force One“ begleiten.

Sein persönlicher Steward kümmert sich dabei um jeden Wunsch des Präsidenten. Diese sollen aber meist gar nicht so außergewöhnlich sein. Angeblich hat sich Obama als besonderen Luxus bei seinem ersten Flug mit der Präsidentenmaschine einen Cheeseburger mit Pommes frites bestellt.

Das vermutlich exklusivste Club-Jacket der Welt

Zu seinem Amtsantritt bekam er von der Bordcrew eine ganz besondere Jacke geschenkt. Sie ist dunkelblau und steht nur ganz wenigen Passagieren zu, darunter natürlich allen US-Präsidenten. Auf der linken Brustseite steht in geschwungener Schrift Obamas Name. Rechts prangt das Präsidentensiegel.

Außer ihm haben nur noch die Mitarbeiter der „Air Force One“ diese Jacke. Obwohl sie umgerechnet gerade mal 110 Euro kostet, ist sie das vermutlich exklusivste Club-Jacket der ganzen Welt.

US-Medien haben ausgerechnet, dass es den Steuerzahler umgerechnet etwa 140.000 Euro in der Stunde kostet, wenn Obama mit der „Air Force One“ unterwegs ist. Streitig macht sie ihm aber keiner. Denn anders könnte der US-Präsident seinen Aufgaben kaum nachkommen. In der „Air Force One“ reist Obama auch nach Berlin. Und wieder werden die Bilder von ihm vor der „Air Force One“ das Erste und Letzte sein, was Berlin von den Obamas zu sehen bekommt.